Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Mittwoch, Januar 14, 2026 0:32 - noch keine Kommentare

Internationale Datentransfers unverzichtbar: Unternehmen benötigen Rechtssicherheit

Zwei Drittel der im Bitkom-Auftrag repräsentativ befragten Unternehmen in Deutschland übertragen personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU

[datensicherheit.de, 14.01.2026] Der Digitalverband Bitkom e.V. unterstreicht in einer aktuellen Stellungnahme die Bedeutung des internationalen Datenaustauschs für Unternehmen: „Ob ,Cloud’-Plattformen, Videokonferenzen und Kollaborationstools oder Rund-um-die-Uhr-Support: Die große Mehrheit der Unternehmen (62%) in Deutschland überträgt personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU.“ Fast die Hälfte (45%) transferiert demnach die Daten an externe Dienstleister, 41 Prozent an Geschäftspartner zu gemeinsamen Zwecken und 19 Prozent an Konzerntöchter oder andere Konzerneinheiten.

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Abbildung: Bitkom e.V.

Gründe für Transfers personenbezogener Daten außerhalb der EU 2025

Mehrheit fordert Rechtssicherheit bei internationalen Datentransfers

Zugleich forderten 78 Prozent von der Politik Rechtssicherheit bei internationalen Datentransfers – so die Erkenntnis aus einer Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Bitkom-Auftrag. Bitkom Research habe die repräsentative Umfrage im Zeitraum der Kalenderwochen 30 bis 35 2025 durchgeführt.

  • „Internationale Datentransfers sind unverzichtbar für eine globale Wirtschaft! Dabei verunsichert die häufig unklare Rechtslage viele Unternehmen“, kommentiert Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

Fast alle Unternehmen, die personenbezogene Daten ins Nicht-EU-Ausland transferieren, täten dies, um auf „Cloud“-Angebote (96%) oder Kommunikations- und Videokonferenzsysteme (90%) zuzugreifen.

Verzicht auf Datentransfers außerhalb der EU würde alle befragten Unternehmen treffen

Zwei Drittel (66%) nutzten weltweite Dienstleister, etwa für einen 24/7-Sicherheitssupport. Rund ein Drittel (38%) nutze Services für Abrechnungen oder Datenbankmanagement, welche Daten in Länder außerhalb der EU übertragen. 31 Prozent hätten Unternehmensstandorte außerhalb der EU, 18 Prozent arbeiteten mit Partnern außerhalb der EU zusammen, etwa bei Forschung und Entwicklung.

  • Ein Verzicht auf die Verarbeitung personenbezogener Daten außerhalb der EU hätte für die Unternehmen gravierende Folgen: Drei Viertel (75%) hätten unmittelbar höhere Kosten, 71 Prozent Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern und zwei Drittel (66%) warnten, dass dann globale Lieferketten nicht mehr funktionieren würden.

57 Prozent könnten bestimmte Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr anbieten, 25 Prozent nur noch mit einer schlechteren Qualität. 50 Prozent fürchteten ein Aus für ihren globalen Security-Support. 29 Prozent müssten ihre Konzerndatenverarbeitung umbauen und 23 Prozent würden im Innovationswettbewerb zurückfallen. Kein einziges Unternehmen sehe keine dieser Folgen.

Internationale Datentransfers entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft

„Bei der Diskussion über Datentransfers geht es nicht um die Frage, welche Software man einsetzt. Ein Ende internationaler Datentransfers hätte unmittelbare und massive Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“, warnt Dehmel.

  • Am häufigsten fließen laut Bitkom Daten in die USA: 61 Prozent der Unternehmen, die personenbezogene Daten ins Nicht-EU-Ausland transferieren, würden sie dorthin übertragen. Am häufigsten würden dafür sogenannte Standardvertragsklauseln als Rechtsgrundlage genutzt (80%), dahinter folgten „Binding Corporate Rules“ (23%) sowie das „EU-US-Data-Privacy Framework“ (21%) und Einwilligungen (12%).

19 Prozent gäben an, dass sie derzeit den Datentransfer noch umstellten oder darüber diskutierten, wie mit dem Wegfall früherer Regelungen umgegangen werden solle. Nach den USA sei Großbritannien mit 43 Prozent wichtigstes Land für Datentransfers, gefolgt von Indien (24%), Japan (13%), China (12%), der Ukraine (7%), der Türkei (6%) und Südkorea (5%); nach Russland transferiere kein Unternehmen Daten.

Weitere Informationen zum Thema:

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Susanne Dehmel: Mitglied der Geschäftsleitung KI & Daten Bitkom e.V.

datensicherheit.de. 04.06.2021
Bitkom-Stellungnahme zu EU-Vorschlägen für mehr Rechtssicherheit bei globalen Datentransfers / Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, kommentiert neue Standarddatenschutzklauseln

datensicherheit.de, 02.06.2021
Schrems II: Koordinierte Prüfung internationaler Datentransfers gestartet / Länderübergreifende Kontrolle der Datenübermittlungen von Unternehmen in Staaten außerhalb der EU im Kontext des EuGH-Urteils Schrems II



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