Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, Januar 26, 2026 0:22 - noch keine Kommentare
IT made in Europe: Basis für Digitale Souveränität Deutschlands und Europas
Franz Kögl moniert, dass bislang trotz zahlreicher Lippenbekenntnisse vielfach fast schon reflexartig die Vergabe milliardenschwerer öffentlicher Aufträge an US-amerikanische IT-Konzerne erfolgte
[datensicherheit.de, 26.01.2026] Franz Kögl, Vorstand und Gründer der IntraFind Software AG in München, erörtert in seiner aktuellen Stellungnahme, dass wir seit Jahren mit einem „chronischen Widerspruch“ konfrontiert sind: „Einerseits wird oft und gerne die Digitale Souveränität Deutschlands und Europas beschworen, andererseits erfolgt fast schon reflexartig die Vergabe milliardenschwerer öffentlicher Aufträge an US-amerikanische IT-Konzerne.“ Er verweist in diesem Zusammenhang auf einen konkreten aktuellen Fall in Bayern, „wo große Teile der öffentlichen IT-Infrastruktur beziehungsweise strategische Digitalvorhaben auf Microsoft-Lösungen setzen“. Indes erfolge dies angesichts der klaren, für Europa nachteiligen Regelungen des „US Cloud Act“. „Das passt nicht zusammen!“

Foto: IntraFind
Franz Kögl appelliert: Beginnen wir bitte endlich, uns von den US-IT-Giganten zu entkoppeln!
Staatliche IT-Landschaften benötigen Zeit zur Umstellung – aber jetzt ist Richtungsweisung gefordert
Wer die Konsequenzen der drastisch veränderten geopolitischen Lage wirklich verstanden hat, der könne seine Augen nicht länger vor dem massiven Druck zum Handeln verschließen. „Das war auch in diesen Tagen beim ,Weltwirtschaftsforum’ in Davos spürbar. Der Tenor vieler Debatten ist, dass Europa seine Unabhängigkeit und Resilienz – gerade bei Schlüsseltechnologien – deutlich schneller stärken muss.“
- Praktisch bedeutet dies demnach: Vorfahrt für deutsch-europäische Infrastruktur, Plattformen und Anwendungslandschaften – von Ministerien, Behörden über Krankenhäuser bis zu Stromversorgungsunternehmen. Gerade für Kritische Infrastrukturen (KRITIS) müsse die souveräne Digitalisierung ab sofort als gesetzt gelten.
Daher sei es sehr willkommen, dass der bayerische Digitalminister, Dr. Fabian Mehring, jetzt ganz praktisch vorgeschlagen habe, große IT-Vergaben wie im obigen Beispiel nicht länger routinemäßig durchzuwinken, sondern unter dem Gesichtspunkt der Digitalen Souveränität neu zu bewerten. „Natürlich können wir staatliche IT-Landschaften nicht von heute auf morgen umstellen, ein radikaler Schnitt oder ein sofortiger Ausstieg aus bestehenden Systemen ist illusorisch. Aber es muss endlich in die richtige Richtung gehen!“
Strategische Gesichtspunkte: Höchste Zeit für europäische IT-Lösungen
Ganz abgesehen von dem Zuwachs an Sicherheit, Resilienz und Unabhängigkeit hätte das auch noch den schönen Nebeneffekt zusätzlicher heimischer Wertschöpfung. „Die USA machen uns ja die Präferenz für eigene Interessen knallhart vor.“
- Es sei nicht länger glaubwürdig, einerseits vor geopolitischen Abhängigkeiten zu warnen, andererseits vor dem Druck US-amerikanischer Politik und den Verlockungen der US-Digitalkonzerne in die Knie zu gehen, auch wenn es bequemer sei. „Aber das kann und darf nicht der Maßstab sein!“
Öffentliche IT-Budgets sollten und müssten endlich auch unter strategischen Gesichtspunkten eingesetzt werden: „Für Innovationsfähigkeit und heimische Wertschöpfung durch ein starkes digitales Ökosystem in Europa“. Die entsprechenden heimischen Technologien und Lösungen warteten ja nur darauf, endlich eingesetzt zu werden, „bevor es zu spät ist“. Kögl gibt abschließend zu bedenken: „Und ja, es ist erstmal anstrengender und aufwändiger – aber beginnen wir bitte endlich, uns von den US-IT-Giganten zu entkoppeln!“
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