Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Montag, Februar 2, 2026 0:40 - noch keine Kommentare
Zunahme Deepfake-Betrug: facebook bevorzugt im Visier Cyberkrimineller
Surfshark meldet, dass im Jahr 2025 ein Schaden von über eine Milliarde US-Dollar allein durch Deepfake-Betrug entstanden ist – Soziale Medien spielen dabei eine große Rolle
[datensicherheit.de, 02.02.2026] Nach aktuellen Erkenntnissen der Cybersicherheitsexperten bei Surfshark hat es 2025 einen massiven Anstieg der Verluste durch Deepfake-Betrug gegeben: „Die Zahlen sind auf über 1,1 Milliarden Dollar gestiegen, was einer Verdreifachung gegenüber den 360 Millionen Dollar im Jahr 2024 entspricht – eine beachtliche Steigerung um das Neunfache gegenüber den zwischen 2020 und 2023 verzeichneten 128 Millionen Dollar.“ Social-Media-Plattformen spielten eine zentrale Rolle bei diesen Betrügereien: 83 Prozent aller Verluste durch Deepfakes hatten demnach ihren Ursprung auf diesen Web-Plattformen.

Abbildung: Surfshark
Deepfake-Betrug nimmt zu: Insbesondere „facebook“ im Visier Cyberkrimineller
Die drei am meisten missbrauchten Web-Plattformen für Deepfake-Kampagnen
Diese drei Web-Plattformen seien für 93 Prozent der in Sozialen Medien initiierten Deepfake-Betrugsverluste entscheidend: „facebook“ habe mit Verlusten von 491 Millionen US-Dollar an der Spitze gelegen – gefolgt von „WhatsApp“ mit 199 Millionen US-Dollar und „Telegram“ mit 167 Millionen US-Dollar.
- Andere Social-Media-Plattformen wie etwa „TikTok“, „Instagram“ und „Threads“ machten fast 36 Millionen US-Dollar an Verlusten aus, während weitere Verluste in Höhe von 31 Millionen US-Dollar auf unbekannten Web-Plattformen entstanden seien.
„Es überrascht kaum, dass Deepfake-Betrug in Sozialen Medien floriert. Die vielen Betrugsfälle auf diesen Plattformen haben wahrscheinlich zwei Hauptgründe: ,facebook’ bleibt die weltweit größte Social-Media-Plattform, was sie für Betrüger statistisch gesehen profitabler und logischer macht, um diesen Kanal zu nutzen“, kommentiert Miguel Fornes, „Information Security Manager“ bei Surfshark.
Beliebte Deepfake-Betrugsmasche: Identitätsdiebstahl prominenter Personen
Andererseits profitierten „WhatsApp“ und „Telegram“ von einem psychologischen Vertrauensvorschuss, da diese Web-Plattformen üblicherweise für enge Freunde und Kollegen gedacht seien – „kurz gesagt, für Menschen, denen wir bereits vertrauen“. Dies führe dazu, dass den über diese Kanäle geteilten Inhalten eher Glauben geschenkt werde.
- Die häufigsten Deepfake-Betrugsmaschen im Jahr 2025 seien Fälle, in denen sich Betrüger als Prominente ausgegeben hätten, um für fiktive Investitionsmöglichkeiten zu werben. „Diese Art von Betrug machte 80 Prozent der gesamten Deepfake-Verluste aus und war für 96 Prozent der Verluste auf Social-Media-Plattformen verantwortlich, was insgesamt 886 Millionen Dollar entspricht.“
Betrüger hätten Deepfake-Videos und -Audiodateien genutzt, um sich überzeugend als Prominente, Unternehmenschefs oder Finanzexperten auszugeben und ihre Opfer dazu zu bringen, ihnen zu vertrauen und in Scheingeschäfte zu investieren. Einer der bekanntesten Fälle betrifft laut Fornes das britische Ingenieurbüro Arup: „Hier nahm ein Finanzmitarbeiter an einer Videokonferenz teil, bei der alle außer dem Opfer Deepfakes waren. Ein mit Deepfake erzeugter CFO brachte ihn dazu, eine Zahlung in Höhe von 25 Millionen US-Dollar zu leisten.“
„Romance Scam“ ebenfalls sehr beliebte Deepfake-Masche
Eine weitere nennenswerte Art des Deepfake-Betrugs sei der sogenannte Liebesbetrug („Romance Scam“), bei dem Kriminelle realistische Videos und Audioaufnahmen nutzten, um gefälschte Liebesbeziehungen zu Opfern aufzubauen. Später forderten sie Geld für angebliche gesundheitliche Notfälle oder überzeugten die Opfer, in betrügerische Geschäfte zu investieren.
- In 57 Prozent der Fälle seien Frauen die Zielgruppe, während Männer 43 Prozent ausmachten. Durch Liebesbetrug seien Verluste in Höhe von schätzungsweise zehn Millionen US-Dollar entstanden.
Ein bemerkenswertes Szenario seien die wiederkehrenden Betrugsfälle unter Missbrauch des Bildes des US-Schauspielers Brad Pitt, wie etwa bei einer Person in Frankreich, welche 850.000 US-Dollar verloren habe, oder zwei Personen in Spanien, welche insgesamt 385.000 US-Dollar verloren hätten.
Deepfake-Abwehrmaßnahmen – es besteht weiter Handlungsbedarf
Laut Fornes haben Unternehmen wie Meta in der Vergangenheit zwar hervorragende Arbeit mit menschlichen Content-Moderatoren verrichtet und setzen diese weiterhin zur Bekämpfung von Deepfakes ein.
- Der vielversprechende C2PA-Standard werde zwar immer mehr eingesetzt, um die Herkunft von Medieninhalten kryptographisch zu überprüfen und Deepfakes zu bekämpfen, aber die traurige Wahrheit sei, dass Unternehmen im Moment viel mehr tun müssten, um das Problem richtig in den Griff zu bekommen.
In der Zwischenzeit sollten sich die Verbraucher dieser Gefahr bewusst sein und sich dieser Entwicklung anpassen, um nicht als „kleiner Fisch“ in den riesigen „Schleppnetzen“ der Deepfake-Betrüger zu enden.
Miguel Fornes gibt Empfehlungen zum Umgang mit potenziellen Deepfake-Atatcken
Surfshark gibt Verbrauchern die folgenden Ratschläge:
Achten Sie auf visuelle Auffälligkeiten!
Erscheinungen wie unnatürliche Beleuchtung oder Inkonsistenzen im Gesicht sowie Audio-Anomalien, wie Unregelmäßigkeiten im Rhythmus oder schlechte Lippensynchronisation.
Die Quelle muss überprüft werden!
Man könne nicht mehr einfach glauben, was man sieht: „Wenn ein Video ein Unternehmen bei einer bahnbrechenden Ankündigung oder einen Prominenten bei einer Verlosung zeigt, sollten Sie das Video ignorieren und stattdessen die offizielle Website besuchen!“
Keine Risiken bei Angeboten von „Prominenten“ eingehen!
Die Tatsache, dass 80 Prozent der Deepfake-Verluste mit für Investitionen werbenden Prominenten in Verbindung stünden, sei das größte Warnsignal.
Seien Sie bei privaten Nachrichten vorsichtig!
„Seien Sie sich darüber im Klaren, dass eine weitergeleitete Nachricht von ,Onkel John’ oder ,Kindergartengruppe’ keine verifizierte Quelle hat. Bleiben Sie auch bei privaten Plattformen immer wachsam!“
Schützen Sie Ihre „Trainingsdaten“!
Deepfakes benötigten Daten (Fotos und Audio), um die Künstliche Intelligenz (KI) zu trainieren. „Überprüfen Sie daher Ihre Datenschutzeinstellungen in den Sozialen Medien und beschränken Sie Ihr Profil nach Möglichkeit auf ,Nur Freunde’. Laden Sie nach Möglichkeit keine Videoclips mit hoher Bildqualität hoch, in denen Sie direkt in die Kamera sprechen!“ Solche Videodateien seien für Betrüger nämlich besonders wertvoll, um die Stimme und das Aussehen des Opfers zu kopieren.
Achten Sie auf die typischen Warnsignale für Betrug!
Deepfakes seien nur eine neue Verpackung für altbekannte Betrugsmethoden. „Seien Sie besonders aufmerksam, wenn Medieninhalte spektakuläre Gewinne versprechen, an Ihre Emotionen appellieren, um Sie von etwas zu überzeugen, oder wenn eine unerwartete Romanze plötzlich eine finanzielle Wendung nimmt. Misstrauen Sie auch ungewöhnlichen Anfragen oder Kommunikation über unerwartete Kanäle!“
Vereinbaren Sie ein „Sicherheitswort“ für die Familie!
„Legen Sie noch heute mit Ihren engsten Familienmitgliedern ein einfaches Sicherheitswort oder eine einfache Sicherheitsfrage fest: Wenn jemand anruft und behauptet, in einer Notlage zu sein (entführt, verhaftet, Krankenhaus) und Geld benötigt, fragen Sie nach dem Sicherheitswort!“
Weitere Informationen zum Thema:
THE ORG
Miguel Fornés – Governance & Compliance Manager
Surfshark, 27.01.2026
Facebook led in deepfake-related fraud in 2025
C2PA Coalition for Content Provenance and Authenticity
Advancing digital content transparency and authenticity / The Coalition for Content Provenance and Authenticity, or C2PA, provides an open technical standard for publishers, creators and consumers to establish the origin and edits of digital content. It’s called Content Credentials, and it ensures content complies with standards as the digital ecosystem evolves.
BBC, Laura Gozzi, 15.01.2025
AI Brad Pitt dupes French woman out of €830,000
The Guardian, 23.09.2024
Spanish police arrest five people over fake Brad Pitt scam / Suspects accused of conning two women out of €325,000 by pretending to be Hollywood star online
CNN Business, Kathleen Magramo, 17.05.2024
British engineering giant Arup revealed as $25 million deepfake scam victim
datensicherheit.de, 19.12.2025
Bekämpfung von KI-gestütztem Social Engineering: KnowBe4 stellt Deepfake-Training bereit / KnowBe4 hat als Anbieter einer weltweit renommierten Plattform, welche sich umfassend mit „Human Risk Management“ und agentenbasierter KI befasst, nun eine Deepfake-Schulung vorgestellt
datensicherheit.de, 08.12.2025
Deepfake-Angriffe: 2025 von quantitativer Zunahme wie qualitativer Raffinesse geprägt / Sowohl quanti- als auch qualitativ haben KI-basierte Betrugsfälle 2025 merklich zugelegt – bei jedem fünften von ihnen wird mittlerweile auf Deepfakes gesetzt
datensicherheit.de, 22.09.2025
Deepfakes in Echtzeit ab 30 US-Dollar im Darknet angeboten / Kaspersky-Experten vom „Global Research and Analysis Team“ (GReAT) haben in Untergrundforen Anzeigen entdeckt, die Echtzeit-Deepfakes für Video und Audio günstig anbieten
datensicherheit.de, 17.08.2025
Deepfakes 2025: Zuvor KI-Spielerei und heute bedrohliches Hacker-Tool / Marco Eggerling warnt anhand jüngster Fälle von Cyberangriffen mittels Deepfakes, dass diese auf KI basierene Technologie zum neuen Standardwerkzeug für Hacker geworden ist
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