Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Samstag, Mai 2, 2026 0:47 - noch keine Kommentare
VDE-Plädoyer für hocheffiziente Rechenzentren zur Stärkung der Digitalindustrie in Deutschland
Eine erfolgreiche Digitalindustrie und führende Rolle bei KI kann es nur mit performanten Rechenzentren geben – die neue „VDE ITG Kurzinformation“ mit dem Schwerpunkt „Netzanschluss für KI“ zeigt hierzu Perspektiven auf
[datensicherheit.de, 02.05.2026] Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland läuft offenbar – rund 2.000 Rechenzentren sind demnach entweder bereits in Betrieb oder in der Fertigstellung. Doch dies sei nicht genug, stellen jedenfalls die Autoren der neuen „VDE ITG Kurzinformation“ zum Thema „Netzanschluss für KI“ fest: Dr.-Ing. Damian Dudek, Co-Autor und Geschäftsführer der VDE ITG, betont: „Wir brauchen clevere Lösungen und Mut für den Ausbau – jetzt!“ Einerseits zeige ein Blick in die USA, „wo die Reise hingeht“: Das in Louisiana entstehende „Meta Hyperion“-Rechenzentrum solle eine Leistungsaufnahme von fünf Gigawatt haben, was laut einem Bericht im Magazin „IEEE Spectrum“ jener von über vier Millionen US-Haushalten entspreche. Andererseits sei klar, dass in Deutschland mit einer viel höheren Besiedelungsdichte, einem europäisch organisierten Verteilnetz und anderen regulatorischen Vorgaben eine Kopie solcher Projekte nicht möglich sei.

Abbildung: VDE
Aktuelle „VDE ITG Kurzinformation“ zum Thema „Netzanschluss für KI“
Effiziente Auslegung der KI-Rechenzentren mit Hardware und Kühlung als Erfolgsfaktor
Dudek kommentiert: „Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und die anderen machen zu lassen, sollten wir uns auf unsere Kompetenzen verlassen und den Ausbau vorantreiben!“ Wie diese Kompetenzen aussehen und was für einen wirtschaftlichen Betrieb von KI-Rechenzentren notwendig ist, soll die neue „VDE ITG Kurzinformation“ zeigen.
- Dudek betont: „Stand heute gehen in etwa 60 Prozent der Primärenergie in einem Rechenzentrum in das Computing – 40 Prozent verpuffen als Wärme, die den Stromverbrauch durch die notwendige Kühlung nach oben treibt.“ Moderne High-Performance-Rechenzentren (HPC RZ) könnten indes auf zwei Ebenen Abhilfe schaffen. „Zwar braucht auf Energieeffizienz optimierte Hardware mehr Strom, aber sie bringt auch ein um den Faktor 4 effizienteres Computing und somit ein deutliches Plus an Rechenleistung.“
Erfolgt zudem die Kühlung KI-gesteuert, lasse sich der Energiebedarf dafür z.T. um mehr als 20 Prozent reduzieren. Die Kombination aus intelligenter Kühlung und zuverlässiger Stromversorgung führe nach dem sogenannten Five-Nines-Konzept zu einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent, um kritische Systemausfälle nahezu komplett auszuschließen.
KI-Netzanschluss erfordert Ausbau der Rechenzentren und Infrastruktur
„Ich kann den Energiehunger der Rechenzentren einfach akzeptieren und – siehe USA – den Strombedarf vollständig über Gaskraftwerke außerhalb des Netzes bedienen“, erläutert Christoph Strunck, Co-Autor des Papiers und Ingenieur bei Goodman Germany, fest. Er führt hierzu weiter aus: „Oder ich arbeite gemeinsam mit Politik, Netzbetreibern und Kraftwerksbetreibern an innovativen, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen, die nachhaltig sind.“
- Um im Rennen um technologische Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und die dazugehörigen Geschäftsmodelle nicht ins Hintertreffen zu geraten, ist aus Sicht der Autoren entschlossenes Handeln gefragt. In Deutschland gebe es über 1.600 unternehmenseigene Rechenzentren und rund 300 sogenannte Colocation-Rechenzentren von Drittanbietern (Stand 2025).
„Die vorhandenen und entstehenden Standorte zeigen, dass es geht“, unterstreicht Dudek. Ballungsräume wie Frankfurt am Main, München oder Berlin profitierten von der Investition und davon, „dass nicht alle KI-Anwendungen über Rechenzentren im Ausland laufen und abgerechnet werden“.
Memo zeigt auf, welche Anforderungen Rechenzentren an den Netzanschluss stellen
Neben der effizienten Auslegung von Rechenzentren ist es aus Sicht der Autoren daher notwendig, Bauprojekte an passenden Standorten zügig zu starten, selbst wenn noch nicht alle Details geklärt sind. Das Papier sieht dafür vor allem mittelgroße Städte in den Fokus rücken und zeigt auf, welche Anforderungen Rechenzentren an den Netzanschluss stellen. Steht dieser zu Projektbeginn noch nicht zu 100 Prozent wie benötigt zur Verfügung, könne der Ausbau im Projektverlauf nachgezogen werden. Mögliche Lücken ließen sich auch durch die intelligente Kopplung rechenintensiver Prozesse an Zeiten hoher Energieverfügbarkeit schließen.
- „Wenn wir den Energiemix aus Wind-, Solar- und Biomasse nutzen, ergänzt durch hocheffiziente Gasturbinen in Kraft-Wärme-Kopplung, schaffen wir Infrastruktur mit hohem Gesamtwirkungsgrad. Am Ende dieses Wegs steht nicht nur ,KI made in Germany’, sondern KI, die selbst zum Baustein für Energieeffizienz wird“, betont Dr.-Ing. Niklas Panten, Co-Autor des Papiers und Gründer von etalytics (Darmstadt).
Der Einsatz sogenannter Erneuerbarer Energien sorge zudem dafür, dass der Betrieb großteils unabhängig von der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe laufe. Regulatorische Rahmenbedingungen müssten, wo notwendig, in diesem Kontext die notwendige Flexibilität aufweisen, um international anschlussfähig zu bleiben.
Weitere Informationen zum Thema:
VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft
Die Arbeitsgebiete der VDE ITG
VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft, 15.08.2024
VDE ITG Geschäftsstelle
haustec.de, Vanessa Rothe, 18.09.2023
Dr. Damian Dudek ist Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG)
VDE ITG Informationstechnische Gesellschaft, 30.04.2026
Netzanschluss für KI: Rechenzentren sind das Nervensystem unserer digitalen Infrastruktur. Besonders durch die massive Nutzung zunehmend populärer Anwendungen der generativen Künstlichen Intelligenz steigt der Bedarf an Computingleistung und damit an elektrischer Energie. Es gilt, diesen hohen Bedarf zu decken und vor allem regulatorische Hürden abzubauen. Das vorliegende Papier legt technische Bedarfe dar und gibt Handlungsempfehlungen.
IEEE Spectrum FOR THE TECHNOLOGY INSIDER, Matthew S. Smith, 20.03.2026
What Will It Take to Build the World’s Largest Data Center? A giant data center is making engineers throw out the rule book
LinkedIn
Christoph Strunck, Grid Expert bei Goodman Germany GmbH
etalytics
Dr. Niklas Panten, Co-Founder & CEO
datensicherheit.de, 23.03.2026
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datensicherheit.de, 07.12.2025
Frankfurt/Main: Wirtschaftswachstum gründet sich auf Rechenzentren – doch neue IW-Studie benennt Hürden für Betreiber / Jeder Euro, der in Rechenzentren erwirtschaftet wird, generiert weitere 51 Cent wirtschaftlicher Leistung – 24 Cent davon direkt in der Region
datensicherheit.de, 16.11.2025
Zuspitzung der Energiekrise für Rechenzentren gefährdet Digitalstandort Deutschland / „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ fordert wettbewerbsfähige Strompreise und zuverlässige Netzanschlüsse für Rechenzentrenbranche
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