Aktuelles, Branche, Produkte, Studien - geschrieben von am Donnerstag, Dezember 4, 2014 22:52 - noch keine Kommentare

Avast-Studie: Deutsche Heimnetzwerke zu 74 Prozent unsicher

Schwache Router-Passwörter und -Sicherheitslücken sperren Türen für Hacker weit auf

[datensicherheit.de, 04.12.2014] Etwa drei aus vier Haushalten mit Internetanschluss in Deutschland liefen Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs auf ihren Router zu werden – so das Ergebnis einer Studie von Avast Software. Avast hat nach eigenen Angaben herausgefunden, dass mehr als die Hälfte aller Router nur nachlässig mit einem voreingestellten Passwort geschützt ist oder mit einfachen Nutzernamen- und Passwort-Kombinationen wie „admin“/„admin“, „admin“/„passwort“ oder sogar „admin“/kein Passwort. In einer Umfrage unter mehr als 8.000 Haushalten in Deutschland habe Avast herausgefunden, dass zusätzliche 24 Prozent der Nutzer ihre Adresse, Telefonnummer, ihren Namen, Straßennamen oder andere Passwörter nutzen, die sich einfach erraten ließen.

Bedrohung durch DNS-Hacking

Eines der größten Sicherheitsrisiken eines ungeschützten Routers sei das sogenannte DNS-Hijacking. Dabei nutzen Cyber-Kriminelle Schadprogramme, um Sicherheitslücken im Router auszunutzen und den Internetverkehr des Nutzers umzuleiten. Statt eine echte Online-Banking-Seite zu besuchen, öffnet der Nutzer dann ohne es zu wissen eine betrügerische, aber authentisch wirkende Webseite. Sobald der Nutzer sich einloggt, stehlen Hacker die Login-Daten, um diese auf der echten Webseite zu verwenden.
Durch unsichere Router könnten Hacker in Deutschland Millionen von Heimnetzwerken angreifen, warnt Vince Steckler, „Chief Executive Officer“ von Avast. Ihre Studie habe gezeigt, dass die meisten Heim-Router in Deutschland unsicher sind. Dadurch könnten Cyber-Kriminelle sehr leicht auf persönliche Daten wie Finanzinformationen, Nutzernamen und Passwörter, Fotos und Browserverläufe zugreifen.

Vince Steckler, AVAST

Foto: AVAST Software Deutschland GmbH, Friedrichshafen

Vince Steckler warnt vor DNS-Hijacking

Größte Sorge: Diebstahl von Bank- oder Finanzinformationen

Umfrage-Teilnehmer schätzten, dass die Konsequenzen eines Angriffs auf ihr Heimnetzwerk „sehr negativ“ sein könnten. Die größte Sorge liege für die Deutschen darin, dass ihre Bank- oder Finanzinformationen gestohlen werden könnten (33 Prozent). Zudem seien sie um ihre persönlichen Informationen besorgt (31 Prozent), sowie um ihren Browserverlauf (17 Prozent) und ihre Fotos (16 Prozent). Die Umfrage habe auch gezeigt, dass nur die Hälfte der Deutschen stark an die Sicherheit ihres Heimnetzwerks glaubt. 17 Prozent hätten angegeben, dass sie schon einmal Opfer eines Hackerangriffs wurden.

Kaum Verantwortung und ständig neue Sicherheitslücken

Die heutige Router-Situation ähnele jener der PCs der 1990er-Jahre sehr. Auf der einen Seite übernehme niemand Verantwortung sich zu schützen, auf der anderen Seite würden jeden Tag neue Sicherheitslücken in Routern entdeckt, die Hacker einfach missbrauchen könnten. Allerdings hätten die Deutschen heute auf ihren Computern und Smartphones viel mehr persönliche Informationen gespeichert als damals. Verbraucher benötigten daher starke Lösungen, die einfach zu nutzen sind und Angriffen vorbeugen, betont Steckler.
Um Nutzern Schutz zu bieten, hat Avast kürzlich in seiner neuen Version „Avast 2015“ den Heimnetzwerkscan vorgestellt, der Nutzer vor Gefahren im Heimnetzwerk warnt und Hilfestellung bietet, um diesen vorzubeugen. Dieser enthalte auch Schutz vor DNS-Hijacking und sei sowohl als kostenfreie Variante wie als Premium-Version verfügbar.

Schlaglichter der Avast-Umfrage unter 8.000 Haushalten in Deutschland

Das Internet sei in deutschen Haushalten angekommen:

  • 92 Prozent der Haushalte mit drahtlosem Internetanschluss haben sechs oder mehr Geräte mit ihrem WLAN-Netzwerk verbunden.
  • Neben PCs und Laptops haben Nutzer Smartphones und Tablets (29 Prozent), Drucker und Scanner (16 Prozent), Smart-TVs (elf Prozent) sowie DVD- oder Blue-Ray-Player (vier Prozent) mit ihrem WLAN verbunden.

Die meisten Deutschen hätten Angst vor dem Nachbarn im eigenen Netzwerk, andere nutzten gerne das Netzwerk des Nachbarn:

  • 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer fänden es extrem unangenehm herauszufinden, dass ein Nachbar oder anderer ungebetener Gast heimlich ihr persönliches WLAN nutzt.
  • Acht Prozent gaben an, dass sie selbst schon einmal das WLAN des Nachbarn verwendet haben, ohne dessen Wissen oder Erlaubnis.

Trotz der Bedenken schützten sich Nutzer nicht ausreichend:

  • 14 Prozent der Nutzer wissen nicht, ob sie eine Lösung zum Schutz ihres Heimnetzwerks nutzen und neun Prozent sind sich sicher, dass sie keine nutzen.
  • 15 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die gleichen Nutzernamen- und Passwort-Kombinationen für ihren Router wie für passwortgeschützte Internetseiten.
  • 28 Prozent nutzen auf ihrem Router das voreingestellte Passwort und sechs Prozent sind sich nicht sicher, ob sie das voreingestellte oder ein anderes Passwort verwenden.

Weitere Informationen zum Thema:

avast! Blog, 29.10.2014
Marina Ziegler / 80 Prozent aller Router sind nur schwach geschützt: Avast ergreift Initiative mit Sicherheits-Lösung für Heimnetzwerke



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