Aktuelles, Branche - geschrieben von am Mittwoch, Juli 25, 2012 18:07 - noch keine Kommentare

eleven: Spam-Aufkommen wächst trotz Abschaltung des Grum-Botnets

Abschaltung durch Security-Experten des US-Unternehmens FireEye

[datensicherheit.de, 25.07.2012] In der letzten Woche wurde auf Initiative der Security-Experten des US-amerikanischen Anbieters FireEye eines der größten Botnets der Welt abgeschaltet: Grum soll für 17 bis 18 Prozent des weltweit verschickten Spam verantwortlich gewesen und an dritter Stelle der weltgrößten Spam-Botnets gestanden haben. Grum existierte seit Februar 2008. Zwei der Kontrollserver standen in den Niederlanden, einer in Russland und einer in Panama. Zunächst gelang es, die niederländischen Server vom Netz zu nehmen, zuletzt auch die restlichen beiden. In der Folge sprachen einige Sicherheitsanbieter von einem drastischen Rückgang von Spam aus Grum, FireEye sprach sogar von einer Halbierung des Spam-Aufkommens. Das eleven Research-Team hat das Spam-Aufkommen seit der Botnet-Abschaltung analysiert und kommt zu einem anderen Schluss: Anstelle eines Rückgangs des weltweiten Spam-Aufkommens beobachtete eleven sogar einen teilweise deutlichen Anstieg. So lag das Spam-Volumen die gesamte Woche auf weitgehend gleichbleibendem Niveau, bevor es am Wochenende deutlich anstieg. Am Montag, dem 23. Juli, lag es dreimal höher als am gleichen Tag der Vorwoche, also vor der Grum-Abschaltung.

Gegenteilige Spam-Entwicklung

In dieser Woche (KW 30) steuert das Spam-Aufkommen immer neue Jahreshöchststände an und der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen liegt über 90 Prozent. Dieses hohe Spam-Aufkommen wird vor allem durch das Thema potenzsteigernde Medikamente verursacht. In der letzten Woche wurden erst einzelne Spitzen von Spam-Wellen zu diesem Thema beobachtet, seit dieser Woche wird jedoch ausdauernder auf hohem Niveau gespammt. Da Grum sich vor allem auf Pharma-Spam “spezialisiert” hatte, war erwartet worden, dass der Anteil von Viagra und Co. zurückgehen würde. Auch hier ist das Gegenteil der Fall.
Bei einem genaueren Blick auf die Themen stellt man fest, dass das Thema illegale Jobs deutlich an Volumen verloren hat. Es handelt sich dabei um eine Welle von Jobangeboten zur Geldwäsche (“Money Mules”). Besonders auffällig war, dass die Spam-E-Mails eine französische Betreffzeile enthielten aber einen deutschen Text (Body.) Zum Thema Online-Casinos wurden sogar wieder mehr Spam-E-Mails verschickt.

Uneinheitliches Bild der Spam-Entwicklung

Das Spam-Aufkommen in den vergangenen Wochen und Monaten war sehr heterogen. Einzelnen starken Spam-Wellen folgen Pausen, mit dem Wegfall von ganzen Themen (bspw. Dating). Die Versandmuster der Spam-Wellen sind sehr unterschiedlich und alles in allem scheint es, als würden die Spammer neue Szenarien erproben. Seit Ende Mai ist ein Ansteigen des Spam-Aufkommens zu beobachten, das auch durch die Grum-Abschaltung nicht beendet wurde.



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