Aktuelles, Branche - geschrieben von am Donnerstag, März 1, 2018 23:20 - noch keine Kommentare

Hacker-Angriff auf Datennetzwerk des Bundes: Ganzheitliches Sicherheitsmanagement notwendig

Michael Kretschmer warnt vor sekundären Infektionen

[datensicherheit.de, 01.03.2018] Michael Kretschmer, „VP EMEA“ von Clearswift RUAG Cyber Security, hat Stellung zum aktuellen Hacker-Angriff auf das Datennetzwerk des Bundes genommen. Ein Problem im Falle solcher Angriffe sei die Frage, ob dieser tatsächlich abgeschlossen ist. Wenn eine Infektion mit Malware auftritt, insbesondere wenn es sich um einen „Advanced Persistent Threat“ (APT) handelt, könne diese sich systemübergreifend replizieren und vor der Aktivierung einige Zeit lang verborgen bleiben. Während also die primäre Quelle entdeckt, entschärft und damit behoben worden sei, könnte es sekundäre Infektionen geben, die sich innerhalb des Netzwerks verstecken.

Alle Systeme und Anwendungen auf neueste Versionen patchen!

Es gebe zwei Möglichkeiten, das Ausmaß und den möglichen Schaden dieser Art von Hacks entscheidend zu lindern. Zum einen sollte sichergestellt sein, dass alle Systeme und Anwendungen auf die neuesten Versionen gepatcht wurden.
Durch diese Maßnahme werde sichergestellt, dass bekannte Schwachstellen geschlossen werden und externe Hacker daran gehindert werden, sich Zugang zu verschaffen. Dies alleine reiche allerdings nicht aus, um die Gefahr zu bannen.

Dokument als „Waffe“

Denn neben dem bewussten Ausnutzen von bekannten Schwachstellen gebe es eine weitaus geläufigere Angriffsmethode, nämlich die Verwendung eines Dokuments, das als „Waffe“ zum Angriff genutzt wird.
Hierbei handele es sich um Malware, die in ein harmloses Dokument eingebettet ist und beim Öffnen aktiviert wird. Diese Dokumente würden dann im Rahmen einer Phishing-Attacke verschickt. Die häufigsten Arten der Dokumente, die für diese Art von Attacken genutzt werden, seien Lebensläufe, welche an Personalabteilungen adressiert sind, sowie Rechnungen an die Finanzabteilung. Aber natürlich könnte auch jeder einzelne Mitarbeiter mit einem „potenziellen Stellenangebot“ angesprochen werden, welches daraufhin geöffnet wird und zur Aktivierung der Malware führt.

Adaptive „Data Loss Prevention“-Strategie

Diese Art von E-Mails würden oftmals an persönliche E-Mail-Adressen geschickt – mit dem Zweck, dass der Einzelne sie im Unternehmensnetzwerk öffnet und somit eine Infektion auslöst.
Bei diesem speziellen Angriffstyp, bei dem Dokumente mit eingebetteter Malware als Mittel genutzt werden, könne eine Technik Abhilfe schaffen, die als „Structural Sanitization“ bezeichnet wird.
Diese helfe dabei die Bedrohung entscheidend abzuschwächen und sei Teil einer adaptiven „Data Loss Prevention“-Strategie. Die Funktion entferne gezielt alle aktiven Inhalte aus eingehenden E-Mails und Dokumenten; der Rest des Inhalts bleibe allerdings unberührt.

Ganzheitlicher Ansatz erforderlich!

Hierbei stelle einzig ein ganzheitlicher Ansatz sicher, dass keine Malware in das Unternehmen gelangen kann. Nur so sei der Schutz auch gewährleistet, wenn Mitarbeiter beispielsweise auf ihre privaten E-Mails zugreifen.
Zusammenfassend gesagt, könne ein effektives Patch-Management einen Teil dazu beitragen, Malware-Angriffe per E-Mail zu verhindern. Doch effektiven Schutz böte lediglich eine Lösung zur E-Mail-Sicherheit, die gezielt alle aktiven Inhalte entfernt und somit die eingebettete Malware unschädlich macht.

Weitere Informationen  zum Thema:

datensicherheit.de, 01.03.2018
Selbst nach Cyber-Attacke: Unternehmen ändern ungern Sicherheitsstrategie

datensicherheit.de, 01.03.2018
Nach Hacker-Angriff auf Bundesregierung: Schwierige Suche nach den Tätern

datensicherheit.de, 01.03.2018
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datensicherheit.de, 01.03.2018
Ohne automatisierte Netzwerk-Dauerüberwachung zu leichtes Spiel für Angreifer



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