Aktuelles, Branche, Veranstaltungen - geschrieben von am Donnerstag, Oktober 18, 2012 15:04 - noch keine Kommentare

it-sa 2012: 4. DsiN MesseCampus im Zeichen der Forderung nach sicherer Bewegungsfreiheit im Cyberspace

IT-Sicherheit sollte bereits als Design-Kriterium bei der Gestaltung von Produkten Berücksichtigung finden

[datensicherheit.de, 18.10.2012] Peter Hohl, Vorsitzender des it-sa Benefiz e.V. und Geschäftsführer der SecuMedia-Verlags-GmbH, eröffnete am Abschlusstag den inzwischen vierten „DsiN MesseCampus auf der it-sa“. In seiner Ansprache führte er aus, dass „Sicherheit” nicht nur die „Abwehr des Bösen“ bedeute, sondern – positiv verstanden – für Lebensqualität stehe.
Die komplexe Annäherung an die IT-Sicherheit im Verantwortlichkeits-Dreieck von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft müsse unter Einbeziehung von Fach-Verbänden und -Vereinen erfolgen, so dass im Prinzip ein Verantwortlichkeits-Viereck entstehe.

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Peter Hohl: „Sicherheit“ sollte positiv als Lebensqualität interpretiert werden

Dirk Pinnow, Herausgeber von datensicherheit.de und Präsident der Gesellschaft für Transfer immateriellen Vermögens e.V. (GTIV), begrüßt diese Deutung. In Deutschland werde noch immer zu häufig nach einem „Schuldigen“ anstatt nach gemeinsamen Lösungen gesucht, werde Sicherheit mit Drohungen, Katastrophenszenarien, Angst und Rechtspflichten assoziiert.
Sicherheit aber, im Sinne von Zuverlässigkeit (hohe Funktionalität und Qualität der Ausführung) im Normalfall, Stabilität (Schadensminimierung durch Störungsdämpfung und schneller Wiederanlauf im Schadensfall) sowie Nachhaltigkeit (anhaltender Nutzen für Mensch und Umfeld in der zeitlichen Dimension für Zeiten > ein Quartal), stehe für Lebensart, Standortvorteile und Technikführerschaft. Letzlich gehe es um explizites Fehlermanagement sowie eine Lern- und Sicherheitskultur, die allen diene (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft) – auch den kommenden Generationen.

Dirk C. Pinnow

Dirk Pinnow: Sicherheit erfordert explizites Fehlermanagement sowie eine Lern- und Sicherheitskultur, die allen dient

Nach Hohls Einführung erläuterte Martin Schallbruch, IT-Direktor und IT-Beauftragter des Bundesministeriums des Innern, unter der Vortragsüberschrift „Wie Politik IT-Sicherheit fördern kann“ seine Zielvorstellung von „Cyber-Sicherheit für Deutschland“. Zu der bewusst so gewählten Begrifflichkeit erklärte er, dass das Leben heute in weiten Teilen schon im sogenannten Cyberspace stattfinde, also im weiteren Sinne in virtuellen Räumen, die durch eine komplexe technische Infrastruktur ermöglicht würden. Darin, so Schallbruch, sei im Grunde jeder von Bedrohungen betroffen – angefangen von Großeltern, die sich um den Bestand ihres digitalen Fotoarchivs mit Bildern ihrer Enkel sorgten, bis hin zum Einsatz von SCADA in der Industrie.
Es gelte den Cyberspace als Ort des Zusammenlebens mit einem Höchstmaß an Sicherheit zu gestalten – freies Bewegen darin müsse eben einfach sicher erfolgen können. Allerdings seien in den letzten Jahren die technischen Schwachstellen keineswegs verschwunden; die Komplexität und der Vernetzungsgrad stiegen an – und dies bei unterschiedlicher Verantwortlichkeit für die einzelnen Komponenten und Bereiche. Somit müsse man sich zwangsläufig auf die Ausnutzung erkannter Schwachstellen einrichten, etwa durch Spionage, Sabotage, Betrug oder Hacktivism.
So banal es klinge, aber Prävention sei gefragt, betonte Schallbruch. Schon die Einhaltung von Standard-Sicherheitsvorkehrungen könnte bereits ein hohes Maß an Schutz bieten. Er fordert ein hohes Sicherheitsbewusstsein und eine diesbezügliche Kompetenz. IT-Sicherheit sollte bereits als Design-Kriterium bei der Gestaltung von Produkten Berücksichtigung finden. Abschließend machte er den überwiegend studentischen Zuhörern Mut – IT-Sicherheitsexperten würden überall gebraucht – auch bei Behörden.

Foto: Dirk Pinnow

Foto: Dirk Pinnow

Martin Schallbruch fordert sichere Bewegungsfreiheit im Cyberspace

In ihrem Impulsvortrag „Gemeinsam für mehr IT-Sicherheit“ erläuterte DsiN-Geschäftsführerin Heike Troue, dass sich der Verbraucher in seiner Erwartungshaltung als Laie doch gar nicht mit dem Thema IT-Sicherheit befassen wolle. Da die Realität nun aber leider ganz anders aussehe, biete DsiN spezielle Projekte für unterschiedliche Zielgruppen an – z.B. für Senioren oder den Mittelstand. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Studie „IT-Sicherheit im Mittelstand 2012″. Demnach werde vor allem der E-Mail-Schutz als problematisch angesehen (zu 54 Prozent).
Den „DsiN-MesseCampus“ auf der „it-sa“ in Nürnberg gebe es nun seit 2009 – von Seiten der Informatik-Studenten sei damals der Wunsch geäußert worden, dass jede Informatik-Vorlesung (ein Block zu 90 Minuten) zu zehn Prozent Sicherheitsaspekte behandeln sollte; daher gebe es im Anschluss an die Einführungsvorträge jeweils neunminütige Kurzvorlesungen.

Foto: Dirk Pinnow

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Heike Troue: DsiN bietet spezielle Projekte für unterschiedliche Zielgruppen an – z.B. für Senioren oder den Mittelstand

Weitere Informationen zum Thema:

Deutschland sicher im Netz e.V.  
Gemeinsam für mehr IT-Sicherheit



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