Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Donnerstag, Juli 19, 2018 20:52 - noch keine Kommentare

Im Juni 2018 50 Prozent mehr Banking-Trojaner unter Bedrohungsakteuren

„Global Threat Index“ von Check Point für Juni 2018 vorgestellt

[datensicherheit.de, 19.07.2018] Die Check Point® Software Technologies Ltd. hat ihren neuesten „Global Threat Index“ für Juni 2018 veröffentlicht. Aus diesem geht demnach hervor, dass die globalen Auswirkungen von Banking-Trojanern in den letzten vier Monaten um 50 Prozent zugenommen haben, wobei zwei Trojaner-Malware-Familien in die „Top 10“ der „Most Wanted“-Rangliste vorgedrungen sind.

„Dorkbot“, „Emotet“ und „Ramnit“ als prominente Beispiele

Im Juni 2018 habe „Dorkbot“, ein Banking-Trojaner zum Diebstahl sensibler Daten und Start von Denial-of-Service-Angriffen, sieben Prozent aller Organisationen weltweit beeinträchtigt und sei damit in Check Points „Most Wanted“-Malware-Liste von Rang 8 auf Rang 3 geklettert.
Im vergangenen Monat sei auch „Emotet“ auf den Plan getreten, ein Banking-Trojaner, welcher die Zugangsdaten zu Bankkonten seiner Opfer stehle und die infizierte Maschine gleichzeitig dazu nutze, sich zu verbreiten. Die Verbreitung der „Emotet“-Variante habe in den letzten zwei Monaten stark zugenommen und sei von Platz 50 in der April-Ausgabe auf nunmehr Platz 11 im neuesten Index gestiegen.
Zusammen mit „Dorkbot“ sei auch auch der Bankzugangsdaten und FTP-Passwörter stehlende Trojaner „Ramnit“ in die „Top 10“ der Liste gelangt.

Bösartige Hacker gehen hartnäckig und raffiniert vor

„Man kann leicht die Tatsache aus den Augen verlieren, dass die überwiegende Zahl der Cyber-Delikte – bei Hackern – finanziell motiviert ist. Sie nutzen ihre große Bandbreite an Tools einfach dazu, den kostengünstigsten Weg zu finden, schnellen Profit zu machen“, kommentiert Maya Horowitz, „Threat Intelligence Group Manager“ bei Check Point, die Situation.
„Wir beobachteten ein ähnlich aggressives Angriffsmuster bei Cyber-Kriminellen, die im Sommer 2017 Banking-Trojaner einsetzten. Dies legt nahe, dass Cyber-Kriminelle womöglich versuchen, Kapital aus Touristen zu schlagen, die im Urlaub sorgloser mit den ,Best Practices‘ der Cyber-Sicherheit umgehen und eventuell Geräte mit gemeinsamem Zugang und weniger sicheren Verbindungen nutzen, um auf Online-Banking zugreifen. Dies macht deutlich, dass bösartige Hacker bei ihren Versuchen, Geld zu erpressen, hartnäckig und raffiniert vorgehen“, erläutert Horowitz.

Maya Horowitz, Check Point

© Check Point

Maya Horowitz: Überwiegende Zahl der Cyber-Delikte von Hackern finanziell motiviert

Die „Top 3“ der „Most Wanted“-Malware im Juni 2018:

Laut Check Point beziehen sich die Pfeile auf die Veränderung in der Rangliste verglichen mit dem Vormonat:

„Coinhive“ – Schürft auf Kosten des Users nach Besuch von Website die Kryptowährung „Monero online“ – ohne Wissen oder Zustimmung des Nutzers. Das eingebettete JavaScript nutzt einen Großteil der Rechnerressourcen von Maschinen der Endnutzer, um Coins zu schürfen, und könnte für einen Systemausfall sorgen.
„Cryptoloot“ – Crypto-Miner, der die CPU- oder GPU-Leistung des Opfers sowie vorhandene Ressourcen nutzt, indem er Transaktionen zur Blockchain hinzufügt und neue Währung freigibt. Ein Konkurrent von „Coinhive“, der versucht durch geringere Leistung unentdeckt zu bleiben.
„Dorkbot“ – IRC-basierter Wurm, der Remote-Code-Ausführung durch seinen Betreiber zulassen soll sowie den Download zusätzlicher Malware auf das infizierte System. Es handelt sich um einen Banking-Trojaner mit der primären Motivation, sensible Daten zu stehlen und Denial-of-Service-Angriffe zu starten.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 18.07.2018
GlanceLove: Check Point veröffentlicht Details zu Android-Malware

Check Point
June’s Most Wanted Malware: Banking Trojans Up 50% Among Threat Actors



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