Aktuelles, Branche - geschrieben von am Donnerstag, September 19, 2019 16:40 - noch keine Kommentare

Patientendaten: Luxemburg forciert sicheren Austausch

Agentur „eSanté“ setzt auf deutsche Technologie

[datensicherheit.de, 19.09.2019] In Luxemburg wird verstärkt in „e-Health Services“ investiert. Nach offiziellen Angaben nutzen dort 30.000 Gesundheitsexperten aus Krankenhäusern, Laboren und niedergelassenen Praxen bereits die digitale Gesundheitsplattform der Agentur „eSanté“: Darüber sei es möglich, elektronische Gesundheitsinformationen sicher auszutauschen und gemeinsam zu nutzen. Dazu zählt demnach auch die Digitale Patientenakte – seit 2015 in der Testphase, soll sie bis Jahresende 2019 für alle rund 850.000 Krankenversicherten in Luxemburg eingeführt werden.

Patientendaten: Jüngste Sicherheitslücke nur ein Beispiel von vielen

„Medizinische Patientendaten werden in vielen Ländern noch nicht ausreichend gesichert. Die jüngst publik gewordene gravierende Sicherheitslücke der frei im Web liegenden Röntgenbilder und MRT-Aufnahmen ist nur eins von vielen Beispielen“, kommentiert Kurt Kammerer, „CEO“ der regify GmbH, welche nach eigenen Angaben für die Agentur „eSanté“ die Technologie für den sicheren, verschlüsselten Austausch der Patientendaten bereitstellt.
Einfachste Sicherheitsmaßnahmen würden von Praxen und Krankenhäusern in den betroffenen Ländern – darunter auch Anbieter aus Deutschland – nicht umgesetzt. „Das luxemburgische Gesundheitswesen setzt hier andere Maßstäbe, unterstreicht Kammerer.

Datensicherheit in der Box für sensiblen Gesundheitssektor

„eSanté“ stelle Luxemburger Krankenhäusern, Laboren und Praxen eine Cloud-Lösung für den vertraulichen Austausch von Patientendaten bereit. Die sensiblen Daten werden laut Kammerer online in einer sicheren Daten-Box, der „regibox“, abgelegt und seien nur für die Beteiligten zugänglich.
„Werden Daten hinzugefügt, verändert oder gelöscht, können die Projektbeteiligten dank automatischer Synchronisierung immer auf den aktuellen Datenbestand zugreifen.“ Labore könnten zum Beispiel neueste Blutwerte den betreuenden Ärzten in Krankenhäusern direkt zur Verfügung stellen, „ohne dass ein Sicherheitsrisiko entsteht“. Das helfe den Patienten, beschleunige Prozesse und sichere die medizinischen Einrichtungen ab, so Kammerer.

Vorreiterrolle beim grenzüberschreitenden Austausch von Patientendaten

Luxemburg sei auch innerhalb der EU zusammen mit Finnland, Estland und Tschechien Vorreiter beim grenzüberschreitenden Austausch von Patientendaten.
So beteilige sich das Land seit Juni 2019 über „eSanté“ am EU-Programm „CEF eHDSI“ (Connecting Europe Facility – eHealth Digital Services Infrastructure). Dadurch würden zum Beispiel Medikamentenverschreibungen auch in Apotheken anderer Länder gültig.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 18.09.2019
Öffentlich zugänglich Patientendaten: Was Unternehmen nun lernen sollten

datensicherheit.de, 18.09.2019
Jahrelang einsehbar: Millionen von Patientendaten

datensicherheit.de, 21.08.2018
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