Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Dienstag, Juni 12, 2018 22:54 - noch keine Kommentare

Verunsicherung im Netz nimmt laut DsiN-Sicherheitsindex 2018 zu

DsiN-Index leicht auf 60,9 Punkte (gegenüber 61,1 Punkte im Vorjahr) verschlechtert

[datensicherheit.de, 12.06.2018] Nach jüngsten Erkenntnissen des Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) fühlen sich Verbraucher im Digitalen Raum zunehmend unsicher, während die Zahl erlebter Sicherheitsvorfälle nahezu konstant bleibt. Das zeigen demnach die Ergebnisse des „DsiN-Sicherheitsindex 2018“, der am 12. Juni 2018 von DsiN mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Studienpartner Kantar TNS in Berlin vorgestellt wurde. Der DsiN-Index habe sich leicht auf 60,9 Punkte (2017: 61,1 Punkte) verschlechtert.

Wachsende Kluft der IT-Sicherheitslage

Auffällig sei eine „wachsende Kluft der IT-Sicherheitslage zwischen unterschiedlichen Verbrauchergruppen in Deutschland“: Während die Gruppe der „souveränen Nutzer“ mit Werten zwischen 68,5 Punkten und 71,7 inzwischen gut abschneide, lägen über die Hälfte aller „Onliner“ deutlich darunter.
„Fatalisten“ landeten mit 50,8 Punkten nur geringfügig über dem kritischen Schwellenwert von 50 Indexpunkten. „Außenstehende“ drohten mit 45,3 Punkten (2017: 49,4 Punkte) bei IT-Sicherheit abgehängt zu werden. Auch „Gutgläubige“ seien mit 57,6 Punkten gefährdet.

Engagement aller Akteure gefragt!

„Wir sehen einen deutlichen Aufklärungsbedarf, um sicheres Verhalten in der Bevölkerung zu fördern und Unsicherheiten abzubauen“, so der DsiN-Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Kremer:
Um digitale Kompetenzen zu vermitteln, brauche man das Engagement aller Akteure. Kremer: „Deswegen startet DsiN einen Dialog, der bekannte und neue Stakeholder aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenführt, um mit der Politik gemeinsame neue Aufklärungsfelder zu identifizieren und zu gestalten.“

Weitere Akteure für lebendige Aufklärungsarbeit einbinden!

Der Index zeige auch im Fünfjahrestrend einen steigenden Bedarf nach digitaler Unterstützung in der Bevölkerung. Derzeit bedürften mehr als die Hälfte aller „Onliner“ (55 Prozent) zusätzlicher Hilfestellungen. „Deshalb wollen wir die Vermittlung digitaler Fähigkeiten aller Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt fördern. Beispielhaft dafür steht der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderte ,Digital-Kompass‘ mit seinen alltagstauglichen und zielgruppenorientierten Hilfestellungen für Seniorinnen und Senioren“, erklärt Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Deshalb begrüße sie das Engagement, weitere Akteure im Sinne einer lebendigen Aufklärungsarbeit einzubinden.

Menschen künftig verstärkt im Lebensalltag erreichen!

Aus DsiN-Sicht geht es demnach darum, Menschen künftig verstärkt im Lebensalltag zu erreichen – in Familie, Vereinen, Schule und Beruf.
Laut „DsiN-Sicherheitsindex“ wünschten sich zwei Drittel der Verbraucher eine konkrete Ansprache in Beruf oder Schule. 56 Prozent der Verbraucher besprächen digitale Fragestellungen im Umfeld von Familie, Freunden und Bekannten.

Bildung 4.0: Aufklärungsarbeit während jeder Lernphase

Im Fünfjahrestrend zeige der „DsiN-Sicherheitsindex“ zwar eine erfreuliche Zunahme der Schutzkompetenzen. Diesen stünden jedoch noch stärker wachsende Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz gegenüber.
Auch habe sich die Diskrepanz zwischen Sicherheitswissen und ihrer Umsetzungsbereitschaft im Alltag erhöht. Um den Anforderungen für einen digitalkompetenten Umgang mit dem Internet künftig gerecht zu werden, bedürfe es einer „Digitalen Bildung 4.0“: „Die Stärkung der digitalen Kompetenzen muss Bestandteil von schulischem sowie berufsbildendem Unterricht entlang der gesamten Bildungskette werden“, fordert daher Kremer. Hierzu möchte DsiN die Initiative „Digitale Bildung trifft Schule“ (DigBitS) im Bereich junger Schüler verstärkt ausweiten.
Eine ständige Lernbegleitung umfasse aber auch neue Themen in allen Lebenslagen: Bei Auszubildenden sowie in Vereinen und Ehrenämtern sei derzeit eine Unsicherheit bei den neuen europäischen Datenschutzregeln erkennbar. Hierzu werde DsiN mit seinen Partnern in den nächsten Wochen bundesweit auf Vereine zugehen. Für Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe stünden Angebote des Bildungsprojekts „Bottom-Up: Berufsschüler für IT-Sicherheit“ bereit.

Fokusthema 2018: Soziale Netzwerke

Als Fokusthema 2018 des „DsiN-Sicherheitsindex“ seien Verbraucher zu ihren Erfahrungen mit Sozialen Netzwerken befragt worden. „Etwa die Hälfte der Verbraucher empfinden konkrete Vorteile durch die Nutzung Sozialer Plattformen. Zwei Drittel der Nutzer sorgen sich um die Sicherheit. Diese Bedenken sollten ernst genommen werden“, unterstreicht Hartmut Scheffler, Geschäftsführer von Kantar TNS.
Sieben Prozent der Befragten hätten angegeben, bereits Opfer von Mobbing, Belästigung und Rufschädigung im Internet geworden zu sein.

Weitere Informationen zum Thema:

DsiN Deutschland sicher im Netz
Publikation: DsiN-Sicherheitsindex 2018



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