Aktuelles - geschrieben von dp am Montag, Mai 11, 2026 0:17 - noch keine Kommentare
Crimenetwork: Neuauflage in international koordinierter Aktion abgeschaltet
Die Neuauflage der cyberkriminellen Handelsplattform „Crimenetwork“ konnte vom Netz genommen werden – Strafverfolgungsbehörden haben dabei umfassendes Datenmaterial von über 22.000 Nutzern und 100 Verkäufern sichergestellt
[datensicherheit.de, 11.05.2026] Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben nach eigenen Angaben am 6. Mai 2026 in einer international koordinierten Aktion die Neuauflage der kriminellen Online-Handelsplattform „Crimenetwork“ abgeschaltet. Der mutmaßliche Betreiber, ein 35-jähriger deutscher Staatsbürger, sei auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an seinem Wohnsitz auf Mallorca durch eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei festgenommen worden.

Abbildung: BKA & ZIT
„BUSTED CRIMENETWORK UND DER FLUCH DES WEGWERFADMINS“
„Betreiben krimineller Handelsplattformen im Internet“ mittels „Crimenetwork“
Dem Beschuldigten wird demnach vorgeworfen, bereits wenige Tage nach der Abschaltung der Vorgängerversion von „Crimenetwork“ und der Festnahme des damaligen Administrators im Dezember 2024 eine vollständig neue technische Infrastruktur aufgebaut und administriert zu haben – von ihm ebenfalls „Crimenetwork“ genannt.
- Gegen den Beschuldigten bestehe daher der Verdacht des „Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet“ gemäß § 127 des Strafgesetzbuches. Daneben werden ihm weitere Straftaten vorgeworfen, wie etwa der „Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ gemäß §§ 29a, 30a des Betäubungsmittelgesetzes.
„Crimenetwork“ sei vor der Abschaltung durch die Strafverfolgungsbehörden Ende 2024 über viele Jahre hinweg einer der zentralen Handelsplätze der deutschsprachigen „Underground Economy“ gewesen.
„Crimenetwork“-Nutzer verwendeten „Krypto-Währungen“ wie „Bitcoin“, „Litecoin“ und „Monero“
Die Neuauflage dieser Web-Plattform habe ein ähnlich breites Spektrum an illegalen Waren und Dienstleistungen angeboten – darunter gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente. Diese Neuauflage habe zuletzt über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer gezählt.
- Die Nutzer der neuen Web-Plattform verwendeten laut BKA „Krypto-Währungen“ wie „Bitcoin“, „Litecoin“ und „Monero“, um ihre Transaktionen abzuwickeln. Bei den Einsatzmaßnahmen hätten die Strafverfolgungsbehörden umfangreiche Beweise sichern können, welche auf einen Umsatz von mehr als 3,6 Millionen Euro schließen ließen.
- Der Betreiber der Web-Plattform habe für die Abwicklung der Verkäufe Provisionszahlungen erhalten und die Verkäufer hätten monatliche Gebühren für Werbung und Verkaufslizenzen geleistet. Bei den jüngsten Maßnahmen seien mutmaßlich inkriminierte Vermögenswerte mit unmittelbarem Bezug zu „Crimenetwork“ in Höhe von rund 194.000 Euro vorläufig sichergestellt worden.
Zudem hätten sowohl umfangreiche Nutzer- als auch Transaktionsdaten erlangt werden, welche nun wertvolle Ermittlungsansätze zur weiteren Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter der Plattform böten. Die Kunden dieser Web-Plattform dürften sich überwiegend im deutschsprachigen Raum aufhalten.
„Crimenetwork“-Abschaltung als Ergebnis multinationer Kooperation
Dieser erneute Erfolg sei auch das Ergebnis einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem BKA, der ZIT und internationalen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere den spanischen (Policía Nacional) und moldauischen (Inspectoratul Național de Investigații Centrul pentru Combaterea Crimelor Cibernetice) Behörden mit Unterstützung durch Eurojust.
Ebenfalls sei eine enge Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe – Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg, dem Polizeipräsidium Offenburg und dem Polizeipräsidium Reutlingen erfolgt, welche zeitgleich Maßnahmen gegen den Beschuldigten in einem Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs umgesetzt hätten.
- Carsten Meywirth, Direktor beim BKA und Abteilungsleiter „Cybercrime“ kommentiert: „Die Neuauflage von ,Crimenetwork’ ist gescheitert und ein weiterer Administrator wird sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen. Auch im ,Darknet’ setzen wir gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern geltendes Recht konsequent durch. Cybercrime lohnt sich nicht!“
- Dr. Benjamin Krause, Leitender Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der ZIT, ergänzt: „Im März 2026 ist der mutmaßliche Betreiber der Vorgängerversion von ,Crimenetwork’ durch das Landgericht Gießen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem ist durch das Gericht die Einziehung von Taterträgen in Höhe von über zehn Millionen Euro angeordnet worden. Auch wenn dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist, zeigt es eindeutig: Auch Kriminalität im ,Darknet’ hat Konsequenzen!“
Weitere Informationen zum Thema:
Staatsanwaltschaften Hessen
GStA: Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT)
Bundeskriminalamt & GENERALSTAATSANWALTSCHAFT FRANKFURT AM MAIN ZIT
BUSTED CRIMENETWORK
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