Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Freitag, November 11, 2022 18:50 - noch keine Kommentare
Cyber-Versicherungen decken kritische Risiken immer seltener ab
Geschäftsführung und Vorstand drängen indes immer häufiger auf den Abschluss einer Cyber-Versicherung
[datensicherheit.de, 11.11.2022] Fast 80 Prozent der Unternehmen mit einer abgeschlossenen Cyber-Versicherung haben laut einer Umfrage von Delinea bei ihrem Versicherer bereits Ansprüche geltend gemacht – „mehr als die Hälfte davon mehrfach“. Infolgedessen zögen sich Versicherungsunternehmen vermehrt von der Deckung kritischer Risiken zurück. So seien etwa Schäden durch Ransomware oder Kosten für Datenwiederherstellungen bei rund 50 Prozent der befragten Unternehmen von der Police nicht mehr abgedeckt. Dabei offenbare die Befragung von knapp 300 IT-Entscheidern, dass Cyber-Policen zur Absicherung von IT-Risiken immer beliebter würden: Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen gaben demnach an, eine Cyber-Versicherung beantragt zu haben – „wobei der Antrag bei 93 Prozent auch genehmigt wurde, und zwar meist innerhalb von drei Monaten“. Im Auftrag von Delinea habe das unabhängige Marktforschungsunternehmen Censuswide im August und September 2022 mehr als 300 IT-Sicherheitsentscheider in den USA befragte.
93% der IT-Professionals bekommen erforderliches Budget für Abschluss von Cyber-Policen
Ausschlaggebend für die Entscheidung pro Cyber-Versicherung sei für 40 Prozent der IT-Verantwortlichen dabei der Wunsch nach einer allgemeine Risikominderung und 25 Prozent hätten konkret die jüngsten Ransomware-Vorfälle als Hauptgrund genannt.
Ein Drittel der Befragten (33%) habe angegeben, sich auf Geheiß von Geschäftsleitung oder Vorstand um eine Versicherung gekümmert zu haben. Angesichts dieses Drucks von oben sei es auch keine Überraschung, dass 93 Prozent der IT-Professionals das erforderliche Budget für den Abschluss ihrer Cyber-Policen bekommen hätten, obwohl die Prämien seit der letzten Erneuerung in 75 Prozent der Fälle gestiegen seien.
Entscheider sehen in Cyber-Versicherungen Möglichkeit, Kosten im Kontext potenzieller Sicherheitsverletzungen zu senken
„Geschäftsführung und Vorstände sehen in Cyber-Versicherungen eine gute Möglichkeit, um die Kosten im Zusammenhang mit potenziellen Sicherheitsverletzungen zu senken. Das führt dazu, dass sich der Großteil der Unternehmen heute darum reißt, eine Police zu erwerben oder zu erneuern – obwohl die Versicherer ihre Deckung zurückfahren und gleichzeitig die Preise erhöhen“, erläutert Art Gilliland, „CEO“ von Delinea.
Ihr Report offenbare aber auch, dass die Versicherer von den Unternehmen zunehmend verlangten, eine breitere Palette von Sicherheitskontrollen zu implementieren, um die Zahl der Kunden, die Ansprüche geltend machen, zu reduzieren. Gleichzeitig zeige die Tatsache, dass 80 Prozent der Unternehmen dies in der letzten Zeit aber getan hätten, dringend fortschrittlichere Lösungen erforderlich seien.
Gängige Cyber-Sicherheitskontrollen Voraussetzung für Versicherung
Gefragt nach den Voraussetzungen, die ihr Unternehmen erfüllen musste, um eine Cyber-Versicherung abschließen zu können, nannten demnach 51 Prozent der Befragten die Durchführung von Schulungen zum Thema Cyber-Sicherheit und 47 Prozent das Implementieren bzw. Umsetzen von Malware-Schutz, Antiviren-Software, Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie einer Datensicherung. Auf die Frage, wie sie die Anforderungen der Versicherer an das „Privileged Access“-Management (PAM) erfüllen bzw. erfüllt haben, hätten 43 Prozent angegeben, bereits geeignete Lösungen im Einsatz gehabt zu haben, fast ebenso viele (42%) hätten in Sachen PAM jedoch nachrüsten müssen.
„Privileged-Access-Management-Lösungen tragen nicht nur nachhaltig dazu bei, die Bedrohung von Unternehmen etwa durch Risiken wie Ransomware zu begrenzen, sondern reduzieren gleichzeitig den potenziellen Schaden, wenn sie Teil einer Cyber-Versicherung sind“, betont Gilliland. Der vollständige Report „Cyber Insurance – If You Get It, Be Ready to Use It” stehe ab sofort zum Download bereit.
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