Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Samstag, April 11, 2026 0:57 - noch keine Kommentare
Globale Phishing-Kampagne: Kunden von Paketzustelldiensten geraten ins Visier
Angreifer tarnen sich als bekannter Zustelldienst und versenden SMS-Nachrichten als Köder, um Opfer auf Phishing-Webseiten zu locken
[datensicherheit.de, 11.04.2026] Vor Kurzem haben Sicherheitsanalysten von Group-IB in einem Blog-Beitrag über eine unlängst aufgespürte Phishing-Kampagne berichtet, welche demnach Kunden von Paketzustelldiensten, Online-Shops und Transport-Apps ins Visier nimmt. Die Angreifer tarnten sich als bekannter Zustelldienst und versenden SMS-Nachrichten, mit denen sie versuchten, ihre Opfer auf Phishing-Webseiten zu locken, um deren Nutzer- und Bankdaten zu erbeuten. Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, kommentiert diese Phishing-Kampage in seiner aktuellen Stellungnahme:

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Wollen Sie Ihren Lieferstatus prüfen, sollten Sie immer selbständig die Website des Kurierdienstes öffnen und ihre Liefernummer manuell eingeben!
Opfer werden angeblich zur offiziellen Website des Paketdienstleisters weitergeleitet und landen aber auf getarnter Phishing-Webseite
In aller Regel beginne ein solcher Phishing-Angriff mit einer anonymen SMS-Nachricht von einer lokal erscheinenden Telefonnummer, in der die Betrüger – ausgestattet mit einer gefälschten Absender-ID – behaupteten, dass die Zustellung eines Pakets aus irgendeinem Grund fehlgeschlagen sei.
- Nach mehreren gescheiterten Zustellversuchen sei dieses Paket nun vom Dienstleister an den Absender zurückgesandt worden. Das Opfer werde sodann aufgefordert, so schnell wie möglich auf eine Webseite des Unternehmens zu wechseln – wo es seine Adressdaten aktualisieren und verschiedene Zahlungen, wie Bearbeitungsgebühren, Steuern oder Zölle, ableisten solle. Sobald dies geschehen sei, werde das Paket dem Opfer erneut zugesandt.
Um diese Daten nun möglichst rasch und unkompliziert eingeben zu können, erhalte das Opfer in der SMS-Nachricht einen Link zugesandt: Angeblich leite dieser das Opfer zu einer offiziellen Website des Paketdienstleisters weiter. Tatsächlich lande es aber auf einer getarnte Phishing-Webseite. Dort angekommen, werde das Opfer dann aufgefordert, persönliche Informationen, Bank-Daten oder auch gleich seine Kreditkartennummer einzugeben.
Phishing-Angriffskampagne noch längst nicht ausgestanden: Warnung an Verbraucher und Unternehmen
Krämer berichtet: „Eine Analyse der Kampagnen-Infrastruktur ergab wiederkehrende IP-Adressen, Domain-Registrare und Überschneidungen bei Hosting-Anbietern, was auf eine koordinierte Operation hindeutet. Eine HTML-Analyse deckte zudem eingebettete Skripte, WebSocket-Verbindungen, Echtzeit-Keylogging, UUID-Sitzungsverfolgung und die direkte Exfiltration der Anmeldedaten auf.“
- Nutzern von Paketzustelldiensten könne nur geraten werden, bei der Nachverfolgung ihrer Sendungen Vorsicht walten zu lassen. Diese Angriffskampagne ist noch längst nicht ausgestanden. Unter keinen Umständen sollten sie auf SMS-Links, wie den hier vorgestellten, oder auf ihnen zugesandte angebliche Tracking-Links zu ihren Sendungen klicken.
Krämer rät dringend: „Wollen Sie Ihren Lieferstatus prüfen, sollten Sie immer selbständig die Website des Kurierdienstes öffnen und ihre Liefernummer manuell eingeben! Als wichtigste Maßnahme gilt aber nach wie vor, sich kontinuierlich über die aktuelle Cybersicherheitslage, über Risiken und geeignete Abwehrmaßnahmen, auf dem Laufenden halten und das Wissen dann selbst zur Anwendung zu bringen.“ Auch Unternehmen könne nur geraten werden, ihre diesbezüglichen Bemühungen zu forcieren, regelmäßig Sicherheitstrainings und -schulungen für die gesamte Belegschaft durchzuführen. „Anders werden sich Phishing-Kampagnen, wie die hier vorgestellte, kaum in den Griff bekommen lassen“, betont Krämer abschließend.
Weitere Informationen zum Thema:
knowbe4
KnowBe4 News und Wissenswertes
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Dr. Martin J. Krämer
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