Aktuelles, Experten - geschrieben von am Freitag, April 9, 2021 21:32 - noch keine Kommentare

Vermeintlicher Paketdient-SMS täuscht Verbraucher

Verbraucherentrale NRW warnt vor Abzocke mittels gefälschter SMS-Nachrichten

[datensicherheit.de, 09.04.2021] Laut Medienberichten werden derzeit viele Mobiltelefon-Nutzer von einer SMS-Flut belästigt: Diese stammten von angeblichen Paketdiensten und forderten Empfänger auf, einen Link zu öffnen. Die Absichten hinter der Betrugsmasche sind nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW unterschiedlich: Einige hätten es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, um Daten auszulesen und massenweise SMS-Nachrichten an gespeicherte Kontakte zu senden. Andere wollten ahnungslose Opfer in sogenannte Abo-Fallen locken. „Seit Ostern werden diese SMS offenbar noch viel häufiger verschickt als zuvor. Darauf deutet eine gestiegene Anzahl an Verbraucheranfragen hin”, berichtet Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW. Diese erläutert nachfolgend, wie sich Verbraucher vor solchen SMS-Nachtichten schützen und was sie tun können, wenn sie bereits in die Betrugsfalle getappt sind.

Tipp 1: Verhalten beim Empfangen einer unerwünschten SMS-Nachricht

Unerwünschte SMS-Nachrichten mit unseriösen Links sollten sofort gelöscht werden – keinesfalls darauf antworten, darin enthaltene Links öffnen oder vorgeschlagene Apps installieren! „Im Idealfall sollte keine Reaktion der Betroffenen erkennbar sein, dass ihre Rufnummer aktiv ist.“

Tipp 2: Schutzmaßnahme, wenn ein Link in der SMS-Nachricht geöffnet wurde

Um den Missbrauch ihres Smartphones zu vermeiden, sollten Betroffene den Flugmodus aktivieren und den Mobilfunk-Anbieter informieren. Dieser erstelle auf Anfrage auch einen Kostennachweis über möglicherweise verschickte SMS-Nachrichten. „Eine Anzeige bei der Polizei sollte in jedem Fall erstattet werden, auch um mögliche Versicherungsansprüche geltend zu machen.“

Tipp 3: Empfang unerwünschter SMS-Nachrichten verhindern

In den Einstellungen vieler Nachrichten-Apps könnten Verbraucher festlegen, dass sie nur SMS von gespeicherten Kontakten empfangen möchten. Wer Service-Angebote wie zum Beispiel Termin-Erinnerungen oder Informationsdienste von Banken nutzt, müsse daran denken, diese Rufnummern fortan einzuspeichern. Manche Smartphones oder Sicherheits-Apps böten auch Spam-Filter an. Diese könnten helfen, die Zahl unerwünschter SMS-Nachrichten zu verringern. Grundsätzlich sollten Verbraucher möglichst sparsam mit ihren Daten umgehen und ihre Mobilnummer nur angeben, wenn es zwingend nötig ist. „Wer langfristig von der SMS-Flut betroffen ist, sollte über einen Wechsel der Rufnummer nachdenken.“

Tipp 4: Schutz vor Schäden durch solche SMS-Nachrichten

Vorsicht sei insbesondere dann geboten, wenn nach dem Antippen eines Links eine App installiert werden soll. Befinden sich Apps nicht in einem offiziellen Store des Smartphones, sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass es schädliche Programme sind. Nutzer eines „Android“-Smartphones könnten in den Einstellungen festlegen, dass Apps aus unbekannten Quellen nicht installiert werden dürften und sich so schützen. Bei „iPhones“ seien nur Installationen aus dem „App-Store“ von Apple möglich, sofern man die Geräte nicht selbst manipuliert hat. Verbraucher sollten generell bei ihrem Mobilfunk-Anbieter eine Drittanbietersperre aktivieren, sofern dies noch nicht geschehen ist. „Betriebssystem und Apps sollten durch automatische Updates immer aktuell gehalten werden.“

Tipp 5: Reaktion auf unerwünschte SMS-Kosten

Wenn Verbraucher durch unseriöse SMS Kosten entstanden sind, könnte eine Hausratversicherung dafür aufkommen. Viele Verträge enthielten Schutz vor Schäden durch Phishing, wenn zum Beispiel missbräuchlich Einkäufe im Internet getätigt wurden. „Auch spezielle Cyber-Versicherungen können solche Schäden abdecken.“

Weitere Informationen zum Thema:

verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 09.04.2021
Paketdienst-SMS: Vorsicht, Abzocke!



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