Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Montag, März 16, 2026 0:07 - noch keine Kommentare
Qualifizierung: Deutschlands Schwachstelle der KI-Offensive
„Allianz der Chancen“ sieht strukturelle Defizite bei KI-Weiterbildung und legt Praxisleitfaden für eine professionelle Umsetzung vor
[datensicherheit.de, 16.03.2026] Eine neue Studie der „Allianz der Chancen“ zeigt laut einer Meldung der Amadeus Fire Group vom 9. März 2026 „ein strukturelles Missverhältnis zwischen Technologieinvestitionen und Kompetenzaufbau in Unternehmen“: Während 91 Prozent Künstliche Intelligenz (KI) für geschäftskritisch hielten, investiere nur ein Viertel systematisch in Weiterbildung. Die Studie warnt demnach vor Produktivitätsverlusten und legt erstmals einen Praxisleitfaden für „Corporate AI Learning“ vor.

Foto: Amadeus Fire Group
Monika Wiederhold: Wir investieren Milliarden in KI-Technologie – aber ohne eine messbare und skalierbare Kompetenzstrategie bleiben Produktivitätseffekte Zufall!
Fehlende Qualifizierungsarchitektur: „KI-Offensive“ droht zu scheitern
Deutschlands „KI-Offensive“ drohe an fehlender Qualifizierungsarchitektur zu scheitern: Zu diesem Ergebnis kommt demnach die Studie „Corporate AI Learning“, welche die Amadeus Fire Group im Auftrag der „Allianz der Chancen“ durchgeführt hat. Sie diagnostiziere ein strukturelles Missverhältnis zwischen Technologieinvestitionen und systematischer Kompetenzentwicklung – mit unmittelbaren Folgen für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit.
- Die Ergebnisse wurden im Rahmen des jüngsten Netzwerktreffens der „Allianz der Chancen“ in Berlin vorgestellt, bei dem mehr als 100 Personalvorstände und HR-Verantwortliche über KI-Qualifizierung als Standortfaktor diskutierten.
Die „Allianz der Chancen“ versteht sich als eine branchenübergreifende Initiative führender Unternehmen, um Impulse für Wettbewerbsfähigkeit und eine moderne Arbeitswelt in Deutschland zu setzen. Grundlage der nun vorliegenden Studie seien KI-gestützte Tiefeninterviews mit HR-Verantwortlichen aus Mitgliedsunternehmen verschiedener Branchen und Größenklassen.
Ca. 80% können Wirkung ihrer KI-Qualifizierungsmaßnahmen nicht belastbar messen
Zwar sähen 91 Prozent der befragten Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) als zentral für ihr Geschäftsmodell an und 82 Prozent planten höhere Investitionen. Gleichzeitig investierten aber nur 25 Prozent in naher Zukunft substanziell in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.
- Rund 80 Prozent könnten die Wirkung ihrer Qualifizierungsmaßnahmen gar nicht belastbar messen.
„Wir investieren Milliarden in KI-Technologie – aber ohne eine messbare und skalierbare Kompetenzstrategie bleiben Produktivitätseffekte Zufall“, kommentiert Monika Wiederhold, Vorstand der Amadeus Fire Group und innerhalb der „Allianz der Chancen“ verantwortlich für „Corporate AI Learning“. Sie gibt zu bedenken: „Wenn Qualifizierung nicht systematisch organisiert wird, verliert der Wirtschaftsstandort an Wettbewerbsdynamik.“
Strukturelle Defizite – Deutschland liegt bei KI-Nutzung zurück
Im internationalen Vergleich liege Deutschland bei der KI-Nutzung zurück: 2025 nutzten lediglich 26 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten entsprechende Technologien, bei Großunternehmen seien es 57 Prozent. Gleichzeitig verschiebe sich der Fokus von Pilotprojekten hin zur breiten Implementierung generativer und zunehmend autonomer KI-Systeme.
- Damit stiegen die Anforderungen an die Belegschaften erheblich: Mitarbeiter müssten KI-Anwendungen steuern, bewerten und in Prozesse integrieren können.
Tatsächlich hätten bislang nur rund 20 Prozent der Berufstätigen in Deutschland eine KI-Schulung im Unternehmen erhalten. 70 Prozent berichteten von keinem entsprechenden Angebot. In den Unternehmen selbst zeigten sich ähnliche Muster: Es fehlten verbindliche Kompetenzmodelle, Lernzeit und systematische Erfolgsmessung. Viele Initiativen blieben im Pilotstatus.
Politische Handlungsfelder: Positionspapier zur KI-Qualifizierung
An die Adresse von Politik und Verwaltung gerichtet, benennt die Studie im Rahmen eines Positionspapiers vier politische Handlungsfelder:
- Rechtssichere Experimentierräume für KI-Anwendungen
- Verbindliche Integration von KI-Kompetenzen in Ausbildung und Weiterbildung
- Steuerliche Anreize sowie kofinanzierte Programme insbesondere für den Mittelstand
- Beschleunigte Verfahren für risikoarme KI-Learning-Anwendungen
Über die Problemanalyse hinaus legen die Macher der Untersuchung einen begleitenden Praxisleitfaden vor, der auch als Bauplan für „Corporate AI Learning“ verstanden werden könne. Er beschreibt, wie Unternehmen KI-Qualifizierung strategisch verankern und operationalisieren können. Ausgangspunkt sei indes nicht die Schulung selbst, sondern eine klare Priorisierung: „Welche Geschäftsprozesse bieten das größte Produktivitätspotenzial? Welche Rollen benötigen vertiefte Kompetenzen? Wie lassen sich diese innerhalb eines definierten Zeitraums aufbauen?“
- Der Leitfaden skizziere zentrale Erfolgsfaktoren – von Führungsverankerung und „Governance“ über rollenspezifische Lernpfade bis zur unmittelbaren Integration von KI- „Tools“ in den Arbeitsalltag. Besonderes Gewicht erhalte die Wirkungsmessung: „Erst wenn Nutzung und konkrete Zeitgewinne systematisch dokumentiert werden, entsteht ein belastbarer ,Business Case’.“
Weitere Informationen zum Thema:
Amadeus Fire GROUP
Unternehmen / Selbstverständnis
Amadeus Fire, Weiterbildung
Wie stellen Unternehmen das systematische Erlernen von KI-Kompetenzen sicher? / Corporate AI Learning
ALLIANZ DER CHANCEN
Über Uns – Was uns antreibt und welche Unternehmen und Institutionen hinter der Allianz der Chancen stehen, erfahren Sie hier
ALLIANZ DER CHANCEN & Amadeus Fire GROUP
Deutschland lernt KI. Zu wenig. – Zu spät. / Was tun?
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CORPORATE AI LEARNING / Positionspapier der Allianz der Chancen
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