Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Sonntag, August 3, 2025 0:45 - noch keine Kommentare
Hightech-Agenda: Bitkom begrüßt Abkehr vom Gießkannenprinzip
Spitzentechnologien „made in Germany“ und damit unsere Digitale Souveränität gilt es insgesamt zu stärken – die „Hightech-Agenda“ muss und kann hierfür wichtigen Beitrag leisten
[datensicherheit.de, 03.08.2025] Das Bundeskabinett hat am 30. Juli 2025 die sogenannte Hightech-Agenda verabschiedet. Der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst, begrüßt, dass diese genau auf die richtigen Schwerpunkte setze: „Digitalisierung, Energieversorgung, Sicherheit.“ Diese neue „Hightech-Agenda“ markiere eine Abkehr vom über Jahrzehnte praktizierten „Gießkannenprinzip“ – womit von der Bundesregierung jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge breit über die Forschungsinstitute und Unternehmen hinweg verteilt worden seien. „Künftig werden die Mittel dort konzentriert, wo Deutschland besonders große Chancen, aber auch einen besonders großen Bedarf hat. Künstliche Intelligenz, ,Quantum Computing’ und Mikroelektronik gehören zu jenen Technologien, die von der Bundesregierung schwerpunktmäßig gefördert werden sollen.“

Foto: Bitkom
Dr. Ralf Wintergerst fordert die Einbindung industrieller Nutzer als strategisches Ziel der „Hightech-Agenda“
„Hightech-Agenda“ als Basis für Deutschlands Digitale Souveränität
Jetzt sei zweierlei wichtig: Die Bundesregierung müsse auf Kurs bleiben und dürfe diesen guten Ansatz im weiteren Prozess nicht zerreden lassen. „Und sie muss die Verfahren der Projektförderung agiler gestalten. Technologien wie KI entwickeln sich so rasend schnell weiter, dass die traditionell trägen Ansätze der Projektförderung nicht Schritt halten können.“
- Es müsse in den laufenden Förderprojekten leichter möglich sein, Anpassungen vorzunehmen und so den zwischenzeitlichen Fortschritt der technologischen Entwicklung umfassend zu berücksichtigen.
Ziel müsse sein, Deutschland zu einem digital souveränen Land zu machen. „Dazu müssen wir nicht alles selbst machen und jedwede Schlüsseltechnologie in Deutschland im Detail beherrschen. Was wir brauchen, sind weltweit einzigartige Fähigkeiten in ausgewählten Technologiefeldern, so dass wir in der sich verändernden geopolitischen Situation adäquat reagieren können, wenn wir von unseren Wettbewerbern oder auch unseren Partnern unter Druck gesetzt werden.“ Hierfür mache die vorliegende „Hightech-Agenda“ für Deutschland einen sehr guten Aufschlag.
Bitkom benennt Nachbesserungsbedarf der „Hichtech-Agenda“
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) enthalte die „Hichtech-Agenda“ aus Bitkom-Sicht unter anderem wichtige Impulse für KI-Spitzenforschung und -Infrastruktur. „Was bislang weitgehend fehlt, sind Maßnahmen zur Talentförderung, eine koordinierte KI-Anwendungsstrategie in der Verwaltung und vereinfachte Zugänge für Startups.“
- Entscheidend werde sein, „ob gezielt in englischsprachige Studiengänge, digitale Förderverfahren und eine stärkere Verzahnung mit dem Mittelstand investiert wird“. In der Mikroelektronik seien vor allem die Unterstützung für die geplanten europäischen Initiativen sowie der Aufbau neuer Chip-Fabriken im Rahmen des „EU Chips Act“ ein wichtiger Ansatz. Bei Quantentechnologien brauche es einen stärkeren Fokus auf konkrete Anwendungen. „Der wirtschaftliche Nutzen entsteht durch die Entwicklung von Software und Algorithmen gemeinsam mit Hardware-Herstellern und Anwenderindustrien.“
Die Einbindung industrieller Nutzer sollte als strategisches Ziel in der ,Hightech-Agenda’ verankert werden. Wintergersts Fazit: „Wir müssen Spitzentechnologien ,made in Germany’ und damit unsere Digitale Souveränität insgesamt stärken und die ,Hightech-Agenda’ muss und kann hierfür einen wichtigen Beitrag leisten!“
Weitere Informationen zum Thema:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Neue Technologien entwickeln: Hightech Agenda Deutschland
VCI Verband der Chemischen Industrie e.V., 30.07.2025
Innovationsstandort / Auf Hightech-Agenda müssen Taten folgen / Innovationsplan reicht nicht aus – Chemie fordert klare Prioritäten und besseren Technologietransfer.
heise online, Dr. Sabrina Patsch, 28.07.2025
Was die Hightech-Agenda der Bundesregierung für die Quantentechnologie bedeutet / Die Agenda des Forschungsministeriums soll Deutschland technisch nach vorne bringen. Experten sehen jedoch kritische Lücken bei einer Schlüsseltechnologie.
eco VERBAND DER INTERNETWIRTSCHAFT, 21.07.2025
eco Branchenpuls: Ost-West-Gefälle bei KI Nutzung – unklare Rechtslage und Sicherheitsbedenken sind größte Hürden für Unternehmen
datensicherheit.de, 03.08.2025
Hightech-Agenda: eco-Verband sieht richtigen und zugleich überfälligen Schritt / Der „eco Branchenpuls“ zeigt Hightech-Nachholbedarf auf – ein Drittel der IT-Entscheider in Deutschland bewertet den Stand der Digitalen Transformation hierzulande mit der Note 6
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