Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Dienstag, Januar 14, 2020 22:49 - noch keine Kommentare
KI: Intelligentes Löschen überflüssiger Dateien
Informatiker entwickeln lernfähigen Assistenten an der Universität Bamberg
[datensicherheit.de, 14.01.2020] Insbesondere in Verwaltungen von Unternehmen „türmen sich Dateien über Dateien“. So ist es für Mitarbeiter mitunter schwierig, in der „Flut von Tabellen, Präsentationen und Texten“ den Überblick zu behalten. Informatiker der Universität Bamberg weisend darauf hin, dass außerdem jede einzelne Datei Energie und Speicherplatz auf einer Festplatte benötigt – und so Kosten für das Unternehmen verursacht und die Umwelt belastet. Das wirft dann die Frage auf, was aber gelöscht werden soll und wo man am besten anfängt. Informatiker der Universität Bamberg arbeiten derzeit nach eigenen Angaben an einer automatisierten Lösung: Sie entwickeln demnach in dem interdisziplinären Projekt „Dare2Del“ zusammen mit der Arbeitspsychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mittels Maschinellem Lernen ein System, das helfen soll, irrelevante Daten zu löschen. Das Projekt „Dare2Del“ läuft laut Universität Bamberg über sechs Jahre und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 889.702 Euro gefördert – als Teil des DFG-Schwerpunktprogramms „Intentional Forgetting in Organisationen“.
Dr. Ute Schmid: Die Bamberger Informatikerin entwickelt einen Assistenten zum intelligenten Löschen von Dateien.
KI beachtet Unternehmensvorschriften und rechtliche Vorgaben
In der ersten Projektphase von 2016 bis 2019 programmierten demnach Dr. Ute Schmid, Professorin für Angewandte Informatik, insbes. Kognitive Systeme, und ihr Mitarbeiter Michael Siebers ein lernfähiges Modell, das zwar sehr komplexe Algorithmen verarbeiten könne, für den Nutzer aber trotzdem leicht zu bedienen sei.
Dieses System lösche Dateien nicht wahllos und schon gar nicht automatisch: Die Künstliche Intelligenz (KI) beachte Unternehmensvorschriften und rechtliche Vorgaben und passe sich den Wünschen der Nutzer an. Sie könnten beispielsweise Regeln festgelegt werden (z.B. immer die letzte und vorletzte Version einer Datei sollen behalten werden).
Partnerschaftliche Zusammenarbeit von Mensch und KI angestrebt
In der zweiten Phase gehe es in den kommenden drei Jahren darum, die Vorschläge des Systems nachvollziehbar und transparent für Anwender zu machen. So solle das Programm beispielsweise bestimmte Benennungen der Dateien hervorheben und durch einen Text erklären, warum die Datei zur Löschung vorgeschlagen wird. „Unser Ziel ist es, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Mensch und Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen“, sagt Dr. Schmid.
Eine besondere Herausforderung für die Wissenschaftler sei dabei, herauszufinden, wann ein Nutzer welche Inhalte bearbeiten möchte. „Wer gerade mitten in der Arbeit an einem Projekt steckt, möchte nicht gefragt werden, ob er eine Datei aus einem völlig anderen Kontext noch braucht.“ Randzeiten schienen geeignet zu sein: Beispielsweise würden am Ende jedes Arbeitstages fünf Dateien abgefragt, die aus dem Tageskontext stammten.
Überflüssige Daten erschweren Suche nach Informationen
Die Psychologinnen Prof. Dr. Cornelia Niessen und Kyra Göbel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hätten zeigen können, dass Personen während der Arbeit selten Dateien löschten – nur, wenn sie unmittelbar den Arbeitsablauf behinderten. Erklärungen des lernfähigen Systems sollten hierzu die Bereitschaft erhöhen, Dateien zu löschen, das Gedächtnis zu entlasten und sich besser konzentrieren zu können.
„Digitale Daten, die überflüssig geworden sind, erschweren die Suche nach Informationen, verzögern Entscheidungen und lenken von eigentlich anstehenden Aufgaben ab“, betont Dr. Schmid. Sinnvoll zu löschen erhöhe die Arbeitsleistung. Die Unternehmen sparten zudem Kosten für die teure Speicherung der Daten in Clouds. „Außerdem wird weniger Energie benötigt, um Daten zu speichern, und weniger Rohstoffe verbraucht, um Festplatten herzustellen.“
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