Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Mittwoch, August 5, 2026 0:32 - noch keine Kommentare

Kompromittierte Nutzerkonten – Deutschland weltweit auf Platz 10

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 hierzulande 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert und weltweit 313,4 Millionen

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Deutschland zählt im ersten Halbjahr 2026 zu den zehn Ländern mit den meisten Datenlecks weltweit.“ So die Erkenntnis aus einer aktuellen Analyse des Cybersecurity-Unternehmens Surfshark. Insgesamt wurden demnach hierzulande in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert – und weltweit 313,4 Millionen. Die USA führten das Ranking mit 90,8 Millionen kompromittierten Nutzerkonten an. Damit entfalle fast jedes dritte weltweit betroffene Konto (29%) auf die USA – es folgten Frankreich, Brasilien, Indien und Großbritannien.

Europa zunehmend im Fokus Cyberkrimineller

Die Analyse zeige außerdem eine bemerkenswerte Entwicklung: „Im zweiten Quartal 2026 hat Europa Nordamerika erstmals bei der Zahl kompromittierter Nutzerkonten überholt. Weltweit entfiel in diesem Zeitraum jedes dritte Datenleck auf Europa.“ Innerhalb der Region stammten 58 Prozent aller kompromittierten Konten allein aus Frankreich.

  • Auch beim sogenannten „Breach Density Score“ – der Zahl kompromittierter Konten pro 1.000 Einwohner – dominierten europäische Länder. Vier der fünf Spitzenplätze belegten Staaten aus Europa: Frankreich habe Rang 1, gefolgt von Polen, Portugal und Litauen. Lediglich die USA durchbrächen diese Reihe mit Platz 3.

„Auch wenn die Zahl der kompromittierten Konten zuletzt leicht zurückgegangen ist, liegt sie weiterhin deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres. Gleichzeitig beobachten wir, dass Angreifer ihren Fokus zunehmend auf leichter angreifbare Ziele verlagern – insbesondere auf Behörden und Einrichtungen des öffentlichen Sektors, deren Cybersicherheitsmaßnahmen häufig nicht ausreichend ausgebaut sind“, berichtet Tomas Stamulis, „Chief Security Officer“ bei Surfshark.

Rückgang der Fallzahlen sollte nicht als Entwarnung gewertet werden

Nach Einschätzung von Stamulis vermittelten sinkende Fallzahlen indes schnell ein trügerisches Gefühl von Sicherheit:

  • „Gestohlene Daten verlieren nicht einfach mit der Zeit an Wert. Informationen aus Datenlecks können noch Jahre später in neuen Betrugsmaschen auftauchen und für Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl oder finanziellen Betrug missbraucht werden.“

Dies gelte auch für heute gestohlene Daten: „Selbst wenn sie zunächst ungenutzt bleiben, können sie noch Jahre später wieder auftauchen.“

Jede E-Mail-Adresse in Deutschland im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 seien in Deutschland 645,4 Millionen Nutzerkonten kompromittiert worden – der zweithöchste Wert in Westeuropa. Betroffen gewesen seien insgesamt 178 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Damit sei jede E-Mail-Adresse im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen gewesen.

  • Zusammen mit den Nutzerkonten seien außerdem 550,9 Millionen Passwörter offengelegt worden. Dadurch bestehe für rund 85 Prozent der Betroffenen das Risiko von Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl, Erpressung oder weiteren Formen von Cyberkriminalität.

Statistisch gesehen sei jede Person in Deutschland seit 2004 durchschnittlich achtmal von einem Datenleck betroffen gewesen – ebenfalls einer der höchsten Werte in Westeuropa.

Tipps zur Minderung des Risikos für Kompromittierung

Um die eigene Angriffsfläche zu reduzieren, empfiehlt Stamulis:

  • Persönliche Daten grundsätzlich sparsam weitergeben und sensible Informationen dann preisgeben, wenn sie wirklich erforderlich sind!
  • Echte personenbezogene Daten nur bei offiziellen oder gesetzlich notwendigen Vorgängen verwenden!
  • Für alltägliche Registrierungen auf Aliasnamen, separate E-Mail-Adressen oder E-Mail-Aliasse setzen!

„Auch sogenannte Dienste zum Verbergen der E-Mail-Adresse können dazu beitragen, die eigene Identität besser zu schützen“, so Stamulis.

Weitere Informationen zum Thema:

Surfshark
Wir entwickeln die populärsten Sicherheitsprodukte für Menschen in der ganzen Welt / Unser Ziel ist es, Menschen die volle Kontrolle über ihr digitales Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein für die sich entwickelnden Online-Bedrohungen zu schärfen, Barrierefreiheit zu fördern und die Zukunft des Internets zu sichern. Wir arbeiten an einer Zukunft, in der das Internet eine offene, integrative und unschätzbare globale Ressource für alle bleibt.

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Tomas Stamulis

Surfshark
Country profile Germany – Global rank by breached accounts: 5th

datensicherheit.de, 19.06.2026
Nutzerkonten gefährdet: 24 Milliarden Datensätze einschließlich Benutzernamen und Passwörtern im Internet / Am 12. Juni 2026 hat das Rechercheteam von „Cybernews“ ein Datenleck mit 24 Milliarden Datensätzen entdeckt

datensicherheit.de, 04.02.2026
Benutzerkonten: Pauschaler Passwortwechsel laut BSI keine zeitgemäße Schutzmaßnahme mehr / Wiederkehrende Änderungen des Passworts könnten dazu führen, dass Verbraucher eher vermehrt zu schwachen – etwa leicht vorhersehbaren – Passwörtern neigen

datensicherheit.de, 29.08.2017
Privilegierte Benutzerkonten ins Visier von Hackern / Mehrere Methoden, um an die Zugangsdaten zu gelangen



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