Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Freitag, Dezember 15, 2017 22:07 - noch keine Kommentare
Pilotprojekt Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz: Kritik vom Deutschen Anwaltverein
Das massenhafte Scannen von unbescholtenen Personen greift massiv in Grundrechte ein
[datensicherheit.de, 15.12.2017] Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat in einer aktuellen Stellungnahme betont, weiterhin „einen flächendeckenden Einsatz von Gesichtserkennungssystemen an öffentlichen Plätzen, wie Bahnhöfen“ abzulehnen. Das massenhafte Scannen von unbescholtenen Personen greife massiv in deren Grundrechte, wie der informationellen Selbstbestimmung, ein.
Gesichtserkennung nicht mit Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts vereinbar
Für eine Ausweitung der Überwachung über den Testbetrieb am Berliner Bahnhof Südkreuz hinaus, fehle es an einer Rechtsgrundlage. Ein solches System der Gesichtserkennung mit Hilfe der Datenerfassung und deren Speicherung sei auch nicht mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts vereinbar.
Warnung vor dem „Gefühl des ständigen Überwachtwerdens“
DAV-Präsident Ulrich Schellenberg: „Fakt bleibt, dass in jedem Fall – auch bei einer Fahndung – der Scan aller Nutzer erfasst und geprüft werden muss. Dabei stellt sich die Frage, wie lange die Daten unbescholtener Bürgerinnen und Bürger gespeichert werden.“
Das Bundesverfassungsgericht habe in mehreren Entscheidungen ausdrücklich davor gewarnt, dass eine anlasslose Überwachung einen Grad der Überwachung erreichen kann, bei dem das „Gefühl des ständigen Überwachtwerdens“ entsteht. So beispielsweise in der Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung oder im Urteil zum automatisierten Erfassen von Kfz-Kennzeichen.
Den Bogen deutlich überspannt
Der Bürger werde heute bei so vielen Gelegenheiten überwacht, „dass wir eine Gesamtbetrachtung aller einzelnen Maßnahmen vornehmen müssen“, unterstreicht Schellenberg. Hier werde „der Bogen deutlich überspannt“. Dies etwa im Hinblick auf bereits eingeführte Möglichkeiten, etwa dem automatisierten Abrufen biometrischer Passbilder nach dem Pass- und Personalausweisgesetz durch Polizeibehörden, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Landesämter für Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst und den Bundesnachrichtendienst sowie der Quellen-TKÜ.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 01.08.2017
Gesichtserkennung in Bahnhöfen: Deutscher Anwaltverein kritisiert massiven Eingriff in Grundrechte
Aktuelles, Experten - Mai 8, 2026 0:56 - noch keine Kommentare
Trilog-Verhandlungen: TÜV-Verband bewertet Einigung zum KI-Omnibus ambivalent
weitere Beiträge in Experten
- KI-Omnibus: Bitkom-Kommentar zu Kompromiss bei EU-Trilog-Verhandlungen über AI Act der EU
- Einsatz Digitaler Zwillinge durch mangelnde IT-Infrastruktur und Daten gebremst
- DSGVO-Verstoß der BVG: Berliner Datenschutzbeauftragte verwarnt Berliner Verkehrsbetriebe
- Berliner KI-Forschung: BIFOLD Day 2026 im neuen Zuhause
- Open Data Hub Day: Über das Potenzial offener Daten am 15. Mai 2026 im NOI Techpark Bozen
Aktuelles, Branche - Mai 7, 2026 0:41 - noch keine Kommentare
Vermeintlicher Tech Support: Scam-Kampagne adressiert C-Level in Unternehmen
weitere Beiträge in Branche
- IT im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Resilienz: Ganzheitliches Lieferketten-Management als Vorbild
- Cyberresilienz: Echtzeiteinblick in das Netzwerk für zentralisierte IT-Teams
- Deepfakes: Laut BSI-Bericht überschätzen Nutzer eigene Fähigkeit zur Erkennung
- World Password Day 2026: ESET-Empfehlung zur MFA-Nutzung für zentrale Zugänge zu Netzwerken und Konten
- Einloggen statt Einbruch: Warnung vor cyberkriminellem Trend
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren