Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Donnerstag, April 9, 2026 0:12 - noch keine Kommentare

Ransomware im Wandel – dennoch weiterhin eine der gravierendsten Cyberbedrohungen weltweit

Weniger Opfer zahlen, doch die Summen steigen – aktuelle Zahlen zur Ransomware-Bedrohung zeichnen ein Bild, welches Verantwortliche in Unternehmen nicht als Entwarnung missverstehen sollten

[datensicherheit.de, 09.04.2026] Ransomware bleibt offensichtlich eine der gravierendsten Cyberbedrohungen weltweit – und auch Deutschland bildet dabei keine Ausnahme. Laut dem aktuellen Chainalysis-Bericht zählt Deutschland zu den am häufigsten betroffenen Nationen – direkt nach den USA und Kanada – mit besonders vielen Angriffen auf Lieferketten, Logistikunternehmen und Kritische Infrastruktur (KRITIS). Die aktuellen Zahlen zeichneten dabei ein Bild, das Verantwortliche in Unternehmen nicht als Entwarnung missverstehen sollten. Dr. Martin J. Krämer, „CISO Advisor“ bei KnowBe4, weist in seiner aktuellen Stellungnahme darauf hin, dass die Zahl der dokumentierten Ransomware-Angriffe 2025 global um 50 Prozent gestiegen sei – „doch gleichzeitig fiel der Anteil der Opfer, die tatsächlich zahlten, auf ein historisches Tief“.

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Foto: KnowBe4

Dr. Martin J. Krämer rät Unternehmen und Institutionen zu strategischer Resilienz, um den Schaden dieser vielschichtigen Bedrohung nachhaltig zu begrenzen

Ransomware-Lösegeldforderungen: Wer zahlt, zahlt deutlich mehr

Krämer unterstreicht indes: „Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Bedrohung abnimmt! Wer zahlt, zahlt deutlich mehr. Die durchschnittliche Lösegeldforderung stieg um 368 Prozent auf knapp 60.000 US-Dollar. Insgesamt flossen 2025 rund 820 Millionen US-Dollar an Lösegeldzahlungen, was einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.“ Erfahrungsgemäß steigen solche Zahlen laut Krämer im Nachhinein noch an, wenn weitere Fälle zugeordnet werden, so dass die endgültige Summe noch auf bis zu 900 Millionen US-Dollar anwachsen dürfte.

  • Doch Lösegeldzahlungen allein erfassten den tatsächlichen Schaden nur unzureichend. Die Sicherheitsforscher betonten, dass Reichweite, Raffinesse und strategische Wirkung der Angriffe 2025 weiter zugenommen hätten.

Betroffen gewesen seien Unternehmen jeder Größe und Branche – von globalen Automobilkonzernen bis hin zu regionalen Gesundheitsversorgern. Die Folgen reichten von massiven Betriebsunterbrechungen über dauerhaften Vertrauensverlust bis hin zu systemischen Folgekosten, welche die eigentlichen Lösegeldzahlungen oft weit überstiegen.

Grenze zwischen kriminellen Ransomware-Gruppen und staatlich geförderten Akteuren schwindet

Ransomware-Gruppen passten ihre Taktiken kontinuierlich an, um auch jenseits direkter Erpressung maximalen Schaden anzurichten und Druck auf ihre Opfer auszuüben. „Für 2026 zeichnet sich ab, dass sich die Bedrohungslage weiter verschärfen wird.“

  • Der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) durch Angreifer beschleunige nicht nur die Automatisierung von Angriffen, sondern ermögliche auch ausgefeiltere Erpressungstaktiken und gezieltere Angriffe auf verwundbare Systeme.

Gleichzeitig verschwimme die Grenze zwischen kriminellen Ransomware-Gruppen und staatlich geförderten Akteuren zunehmend, da beide auf dieselbe Infrastruktur zurückgriffen. Krämers Fazit: „Für Unternehmen und Institutionen bedeutet das, dass wirksame Gegenmaßnahmen nicht nur robuste technische Verteidigung erfordern, sondern vor allem strategische Resilienz, um den Schaden dieser vielschichtigen Bedrohung nachhaltig zu begrenzen!“

Weitere Informationen zum Thema:

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KnowBe4 News und Wissenswertes

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Dr. Martin J. Krämer

Chainalysis, Chainalysis Team, 26.04.2026
Report: Total Ransomware Payments Stagnate for Second Consecutive Year, While Attacks Escalate

datensicherheit.de, 24.02.2026
74 Prozent der Ransomware-Vorfälle beinhalten Datenexfiltration / Ransomware-Angriffe zählen 2026 weltweit zu den hartnäckigsten und kostspieligsten Cyberbedrohungen – mit Auswirkungen auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatnutzer

datensicherheit.de, 18.02.2026
Dragos’ Cybersecurity Report 2026 zur OT-Bedrohung: Ransomware-Angreifer erhöhen operativen Druck auf industrielle Infrastrukturen und KRITIS / Drei neue Ransomware-Angreifergruppen mit OT-Fokus identifiziert – Zahl der Ransomware-Gruppen mit OT-Reichweite um 49 Prozent zugenommen

datensicherheit.de, 16.07.2025
Ransomware aus der Adler-Perspektive: Definition, Angriffsphasen und Tipps zur Prävention / Kay Ernst gibt in seiner aktuellen Stellungnahme einen Überblick zum Thema und erläutert den Effekt der Mikrosegmentierung auf die Ausbreitung von Ransomware



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