Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Montag, Oktober 19, 2020 20:07 - noch keine Kommentare

Verfügbarkeitsproblem: Verlust wertvoller Mitarbeiter befürchtet

Seit Beginn der Corona-Krise nimmt die Sorge zu, hochqualifizierte Mitarbeiter nicht ans Unternehmen binden zu können

[datensicherheit.de, 19.10.2020] Eine wesentliche, indes im Kontext der Malware- und Hacker-Attacken viel zu selten beachtete Säule der Datensicherheit ist die Verfügbarkeit – hierzu gehören nicht nur das Vorhandensein und Funktionieren sämtlicher IT-Komponenten, sondern auch verlässliches Fachpersonal. Laut einer aktuellen Meldung aus dem Hause Robert Half, einem nach eigenen Angaben weltweit tätigen, spezialisierten Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte u.a. auch im IT-Bereich, fürchten Führungskräfte den Verlust wertvoller Mitarbeiter: Seit Beginn der „Corona“-Krise nehme die Sorge zu, „hochqualifizierte Mitarbeiter nicht ans Unternehmen binden zu können“.

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Abbildung: Robert Half

Gehaltsübersicht 2021: Neue Benefits im Zuge der Corona-Pandemie

Sorge um Mitarbeiter mit wertvollen Schlüsselqualifikationen

Im Kontext der „Corona“-Krise sorgten sich Unternehmen vermehrt davor, Mitarbeiter mit wertvollen Schlüsselqualifikationen zu verlieren. Dies gelte sowohl für Deutschland als auch im internationalen Vergleich, wie die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters zeige.
80 Prozent der deutschen Führungskräfte seien besorgt, qualifizierte Mitarbeiter nicht langfristig binden zu können.
Für rund ein Drittel der besorgten Arbeitgeber (31%) seien jüngste Gehaltskürzungen oder zumindest die fehlende Aussicht auf eine baldige Gehaltserhöhung die Ursache.

Größtenteils stabile Gehälter für qualifizierte Mitarbeiter

„Trotz spürbarer Verunsicherung auf dem internationalen Arbeitsmarkt, gibt es auch gute Nachrichten, berichtet Sven Hennige, „Senior Managing Director Central Europe & France“ bei Robert Half.
Die Gehälter blieben trotz „Corona“ weitestgehend stabil. Laut der neuen Gehaltsübersicht 2021 des Personaldienstleisters hätten 44 Prozent der befragten Arbeitgeber 2020 keine Veränderung am Gehalt vorgenommen. Knapp ein Drittel der Befragten (29%) gebe an, dass sie die Gehälter seit Beginn der Pandemie sogar erhöht hätten.
Trotz Wirtschaftskrise würden auch 2020 Boni ausgezahlt. Bei etwa jedem Dritten gebe es laut Studie keine Veränderung bei den Zusatzzahlungen, elf Prozent wollten sogar einen höheren Betrag gewähren. 46 Prozent der Befragten kündigten allerdings an, dass die Bonuszahlungen 2020 niedriger ausfielen als 2019.

Neue Zusatzleistungen zur Mitarbeiter-Bindung

Diese Einsparmaßnahmen verunsicherten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. 42 Prozent der befragten Unternehmen fürchteten, dass Mitarbeiter in Schlüsselpositionen von anderen Firmen abgeworben werden könnten. „Die Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital eines Unternehmens, sowohl um kurzfristig die Krise zu meistern als auch um langfristiges Unternehmenswachstum zu sichern“, unterstreicht Hennige.
Viele Arbeitnehmer seien während der „Pandemie“ aufgrund von Überstunden und der Übernahme von mehr Verantwortung an ihre Grenzen gestoßen. „Das ist ihnen in den vergangenen Monaten bewusst geworden, so dass sie beginnen, ihre persönlichen Karriereprioritäten zu überdenken.“ Um wichtige Mitarbeiter zu halten und für neue Talente attraktiv zu bleiben, dürften Arbeitgeber das auf keinen Fall ignorieren. Hennige rät: „Sie sollten regelmäßig ihre Vergütungen auf den Prüfstand stellen und bereit sein, bei der Bindung und der Suche von Mitarbeitern schnell zu handeln.“
Viele Unternehmen reagierten bereits auf diese Entwicklung. Fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte (60%) hätten seit Beginn der Pandemie neue Zusatzleistungen für Arbeitnehmer eingeführt, wie zusätzlichen Urlaub (40%), Zuschüsse für die Büroausstattung (40%), oder Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit (39%) und der externen Kinderbetreuung (30%).

Mitarbeier im Home-Office: Standort bestimmt zunehmend Gehaltshöhe

Telearbeit und Home-Office wirkten sich auch auf das Gehaltsniveau aus. Da immer mehr Arbeitnehmer von zu Hause aus arbeiteten, beeinflusse ihr Standort zunehmend die Gehaltshöhe in Deutschland. Laut der vorliegenden Arbeitsmarktstudie orientiere sich das Einstiegsgehalt in erster Linie am Standort des neuen Mitarbeiters (39%) und zu 30 Prozent an dem des Unternehmens. Bei ebenfalls etwa 30 Prozent der Befragten sei es eine Mischung aus beiden Standorten.
Vergleiche man die deutschen Ergebnisse mit den internationalen Zahlen, ließen sich insgesamt viele Gemeinsamkeiten erkennen. Mit 86 Prozent aller Befragten sei die Sorge, wertvolle Mitarbeiter zu verlieren, international noch größer als in Deutschland. Auch international zeige sich: Für rund ein Drittel aller Führungskräfte sei eine zu niedrige Vergütung oder die fehlende Aussicht auf eine Gehaltserhöhung der Grund dafür.
„Es wird deutlich, dass die Krise keine Ländergrenzen kennt und weltweit ein hoher Bedarf an Fachkräften besteht. Entsprechend groß ist die Sorge, wichtige Mitarbeiter zu verlieren und passende Bewerber zu finden“, erläutert Hennige.

Weitere Informationen zum Thema:

Robert Half
Gehaltsübersicht 2021 / Recruiting-Trends und durchschnittliche Gehälter

datensicherheit.de, 21.08.2019
Digitaler Wandel: Führungskräfte mit Vorbildfunktion



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