Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Mittwoch, März 4, 2026 0:50 - noch keine Kommentare

Erkennen betrügerischer E-Mails: Dringlichkeit als wichtigstes Warnsignal

Eine aktuelle Umfrage von KnowBe4 zeigt, dass Mitarbeiter nicht mehr Rechtschreibfehler im Text, sondern den Versuch, ein Gefühl der Dringlichkeit zu vermitteln, als zuverlässigstes Erkennungsmerkmal für Betrugsversuche ansehen sollten

[datensicherheit.de, 04.03.2026] Javvad Malik, leitender „CISO Advisor“ bei KnowBe4, betont die durch eine aktuelle KnowBe4-Umfrage gestützte Warnung, dass Dringlichkeit als wichtigstes Indiz beim Erkennen betrügerischer E-Mails gelten sollte. Denn die Zeiten, in denen man Phishing-E-Mails etwa an ihrer schlechten Grammatik erkennen konnte, sind demnach vorbei. Die neue Umfrage von KnowBe4 zeigt laut Malik, dass Mitarbeiter nicht mehr Rechtschreibfehler im Text, sondern den Versuch, ein Gefühl der Dringlichkeit zu vermitteln, als zuverlässigstes Erkennungsmerkmal für Betrugsversuche ansehen sollten.

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Foto: KnowBe4

Javvad Malik gibt zu bedenken, dass die menschliche Intuition ein digitales Sicherheitsnetz benötigt

In Folge des KI-Einsatzes sind E-Mails von Hackern immer schwerer von legitimen Nachrichten zu unterscheiden

Die erhobenen Daten zeigten, dass 34 Prozent der Befragten nun das „Erzeugen von Druck, schnell zu handeln“ als wichtigstes Warnsignal für eine betrügerische E-Mail identifizierten.

  • Das Erkennen dieser psychologischen Taktik bei verdächtigen E-Mails habe somit andere Indikatoren – wie z.B. unbekannte Absenderadressen (23%), Anfragen nach sensiblen Informationen (23%) und schlechte Rechtschreibung oder Grammatik (20%) – überholt.

„Dank KI sind E-Mails von Hackern immer schwerer von legitimen Nachrichten zu unterscheiden, da die Texte mittlerweile in jeder Sprache perfekt geschrieben sind. Ein wichtiges Warnsignal ist jedoch nach wie vor der Wunsch des Angreifers, Personen dazu zu bringen, schnell eine gewisse Handlung durchzuführen”, erläutert Malik.

E-Mails, welche sofortiges Handeln verlangen, sind mit einer gewissen Skepsis zu betrachten

Malik führt aus: „Indem die Angreifer vorgeben, dass es sich bei der Angelegenheit um eine zeitkritische Situation handelt, hoffen sie, gerade jenes Verantwortungsgefühl auszunutzen, das Unternehmen normalerweise bei ihren Mitarbeitern schätzen. Unsere Daten zeigen jedoch, dass Mitarbeiter nicht immer so leicht zu täuschen sind. Sie erkennen mittlerweile, dass E-Mails, die sofortiges Handeln verlangen, mit einer gewissen Skepsis zu betrachten sind.“

  • Mitarbeiter seien sich auch bewusst, dass Angriffe von Außenstehenden nicht die einzige Bedrohung für sensible Unternehmensdaten sind: Fast die Hälfte (44%) der Arbeitnehmer gebe an, dass das „Versenden an den falschen Empfänger“ ihre größte Sorge beim Versenden von Arbeits-E-Mails sei.

Dies zeige, dass einfache menschliche Fehler offenbar häufig mehr Anlass zur Sorge gäben als das Risiko gezielter Phishing-Angriffe (20%). Darüber hinaus seien 19 Prozent besorgt, versehentlich vertrauliche Informationen in ihre E-Mails aufzunehmen.

Unsicherheit und Nervosität beim Versand von E-Mails beeinflusst Arbeitsweise

„In Hinblick auf die Natur menschlichen Verhaltens ist es nachvollziehbar, dass die Angst vor einem individuellen Fehler beim Einzelnen eine große Rolle spielt“, so Malik. Wenn indes Mitarbeiter auf eine Phishing-E-Mail hereinfallen, sähen sie sich oft in erster Linie als Opfer eines böswilligen Angreifers.

  • „Sendet man jedoch vertrauliche Informationen an die falsche Person, dann sieht man den Fehler und die Schuld eher bei sich selbst. Die Folgen solcher Missgeschicke sind in der Tat nicht zu unterschätzen, da sie schnell zu schwerwiegenden Datenpannen und kostspieligen DSGVO-Problemen eskalieren können.“

Die Unsicherheit und Nervosität beim Versand von E-Mails verändere auch unsere Arbeitsweise. Um der Angst vor einem Fehler am Arbeitsplatz entgegenzuwirken, überprüften mehr als die Hälfte (52%) der Arbeitnehmer jedes Mal die Empfänger und Anhänge. Allerdings überprüften nur zwölf Prozent die E-Mails auf sensible Informationen – ein eigentlich mindestens ebenso wichtiger Schritt.

„Security Coaching“ und Automatisierung zur Stärkung der Sicherheit beim Umgang mit E-Mails

Um sowohl den externen Cyberbedrohungen als auch den internen Sicherheitsrisiken zu begegnen, setzten nun Unternehmen zunehmend auf ausgeklügelte Support-Systeme. „Die Realität ist, dass die menschliche Intuition ein digitales Sicherheitsnetz benötigt!“, unterstreicht Malik.

  • Mittels Kombination von Echtzeit-Sicherheitscoaching mit automatisierten Schutzmaßnahmen könnten sie Mitarbeitern helfen, die Falle der wahrgenommenen Dringlichkeit zu umgehen und ihnen die nötige Sicherheit zu geben, um Vorfälle zu erkennen, bei denen sensible Informationen an die falsche Person gesendet werden. Es gehe nicht nur darum zu verhindern, dass gefährliche E-Mails in den Postfächern landen, „sondern auch darum, dass Fehler beim Versand vermieden werden“.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Die KnowBe4-Umfrage zeige auch, „dass das Sicherheitsbewusstsein zunimmt – nur noch sechs Prozent der Mitarbeiter ignorieren verdächtige E-Mails“. Die proaktive Kultur sei also vorhanden. Es müsse nun darum gehen, diese zu fördern und durch solche Technologien zu unterstützen, welche die mentale Belastung des Einzelnen reduzieren.

Weitere Informationen zum Thema:

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Javvad Malik

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