Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Dienstag, Juli 7, 2026 0:43 - noch keine Kommentare
Bei Cloud-Ausfall droht fast jedes zweite Unternehmen lahmgelegt zu werden
Jedes elfte Unternehmen könnte sogar im Moment des Ausfalls seiner „Cloud“ bereits nicht mehr weiterarbeiten
[datensicherheit.de, 07.07.2026] Internetstörungen, Stromausfälle oder Probleme mit einem Software-Update zeigen als Beispiele offenkundig auf, was Unternehmen droht, wenn Anwendungen in der „Cloud“ plötzlich ausfallen oder nicht mehr erreichbar wären – demnach stünden viele deutsche Unternehmen dann vor massiven Problemen. Fast die Hälfte aller Unternehmen (46%) müsste über kurz oder lang den Geschäftsbetrieb einstellen. Ca. jedes elfte (9%) könnte sogar im Moment des Ausfalls nicht mehr weiterarbeiten. Zwei Prozent erwarteten, dass sie sechs bis elf Stunden durchhalten würden, vier Prozent zwölf bis 24 Stunden, zehn Prozent 24 bis 48 Stunden und gut ein Fünftel (21%) mehr als 48 Stunden. Grundlage dieser Angaben ist laut dem Digitalverband Bitkom e.V. eine im Auftrag von Bitkom Research durchgeführte telefonische Umfrage unter 603 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten (darunter 517 Unternehmen, die „Clouds“ nutzen). Diese Befragung im Zeitraum der Kalenderwochen 14 bis 20 2026 sei repräsentativ.

Abbildung: Bitkom
Bitkom-Umfrage 2026: Auswirkungen eines „Cloud“-Ausfalls auf dem Geschäftsbetrieb
Im Schnitt könnten „Cloud“-Nutzer nach eigener Einschätzung noch 78 Stunden weiterarbeiten
Knapp ein Viertel der Unternehmen (24%) würde ein „Cloud“-Ausfall nicht so hart treffen, dass sie ihren Geschäftsbetrieb irgendwann einstellen müssten, 14 Prozent nutzten keinerlei „Cloud“-Dienste und 16 Prozent wüssten es nicht oder wollten dazu keine Angabe machen. Im Schnitt würden die „Cloud“-Nutzer nach eigener Einschätzung rund drei Tage (78 Stunden) weiterarbeiten können.
- „Eine funktionsfähige ,Cloud’ ist für Unternehmen so wichtig wie stabile Stromversorgung und Zugang zum Internet. Büro-Software, Kommunikation, Datenbanken oder auch KI-Lösungen sind bei einer Cloud-Störung nicht verfügbar, dabei sind sie unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen“, kommentiert der Bitkom-Präsident, Dr. Ralf Wintergerst.
Er führt weiter aus: „Gleichzeitig ist die Nutzung von ,Cloud’-Diensten häufig sicherer und stabiler, als auf eigene Server zu setzen. Wichtig ist deshalb, die ,Cloud’ in ein Sicherheitskonzept für das Unternehmen zu integrieren.“
Gravierende „Cloud“-Ausfälle bei 28 Prozent der Unternehmen
Zu gravierenden „Cloud“-Ausfällen sei es in den vergangenen zwölf Monaten bei 28 Prozent der Unternehmen, welche „Cloud“-Dienste nutzen, gekommen. Dabei ergriffen sie bereits heute unterschiedliche Maßnahmen, um die Folgen abzumildern und Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe möglichst gering zu halten:
- Am häufigsten gebe es Notfall- und Wiederanlaufpläne, über die 82 Prozent verfügten. Drei Viertel (75%) hätten wichtige Daten außerhalb der „Cloud“ gesichert, zwei Drittel (69%) monitorten selbst die „Cloud“-Dienste, um rasch reagieren zu können, 68 Prozent hätten vertragliche Vereinbarungen mit den „Cloud“-Anbietern geschlossen und 66 Prozent könnten einen Notbetrieb mit lokalen Lösungen starten.
Knapp sechs von zehn Unternehmen (59%) hätten Anwendungen auf unterschiedliche Systeme verteilt, ein gutes Drittel (35%) habe redundante Systeme und acht Prozent nutzten einen zweiten „Cloud“-Anbieter – gezielt als Maßnahme, um sich vor „Cloud“-Ausfällen zu schützen.
Weitere Informationen zum Thema:
bikom
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