Aktuelles, Branche - geschrieben von am Montag, Februar 26, 2018 18:23 - noch keine Kommentare

DSGVO macht Cloud-Lösungen für den Mittelstand weniger attraktiv

Angriffs- und Missbrauchsvorfälle steigern Nachfrage nach sicheren eigenen Netzwerken

[datensicherheit.de, 26.02.2018] Mittelständische Unternehmen sind der zentrale Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft: Nach Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sind 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland als „Mittelständler“ einzustufen – diese erwirtschaften demnach mehr als 50 Prozent der Wertschöpfung und stellen knapp 60 Prozent aller Arbeitsplätze. Die Digitalisierung werde massiv vorangetrieben – das Misstrauen gegenüber der Cloud sei aber immens gewachsen.

Mittelstand möchte seine Daten lieber im eigenen Haus halten

„Die Hackerattacken der letzten Monate haben dafür gesorgt, das sich der Mittelstand die Daten verstärkt im eigenen Haus wünscht. Mehrausgaben für die Absicherung von eigenen Rechenzentren und Netzwerken werden nicht gescheut“, so Andreas Schlechter, Geschäftsführer von Telonic.
Für einen Großteil seiner Kunden stehe die Absicherung vor noch unbekannten Gefahren mehr im Vordergrund als die Nutzung von cloud-basierten Softwarelösungen.

Cloud erzeugt Empfindung des Kontrollverlusts…

Während die Anbieter von Cloud-Lösungen um das Vertrauen der Unternehmen kämpften, sorgten sich diese vor allem um die deutlich verschärften Regeln, die mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in wenigen Wochen endgültig in Kraft treten (d.h. spätestens am 25. Mai 2018). Beim Verlust von personenbezogenen Daten drohen nämlich zukünftig hohe Bußgelder – bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes (Art. 83 der DSGVO).
Zudem werde der Aufwand durch die Dokumentation, Risikobewertung und der Kontrolle der internen Prozesse im Rahmen der DSGVO höher werden. „Der eigene Server gibt das Vertrauen, die Prozesse überblicken zu können. Die Cloud erzeugt die Empfindung des Kontrollverlusts über das, was mit den Daten passieren kann“, erläutert Schlechter.

Ja zur Digitalisierung ja – aber mit Sicherheit!

Dennoch seien die Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung, der Vernetzungsgrad steige demnach, allerdings auch das Bedürfnis nach Sicherheit.
„Hochverfügbarkeit ist prompte Bedingung für sämtliche IT-Lösungen. Die jüngsten Attacken mit Ransomware haben bei vielen Unternehmen zu deutlicher Sorge und Sensibilität geführt – denn vor allem im Mittelstand wäre ein kompletter Stillstand der IT lebensbedrohlich“, betont Schlechter.
Mehr und mehr Unternehmen setzten daher auf proaktive Überwachung von Netzwerkaktivitäten, anstatt die Daten aus dem Haus zu geben.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 11.02.2018
DSGVO-Umsetzung: Methodisches Handeln, bevor Hektik aufkommt!



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