Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Sonntag, Oktober 5, 2025 0:22 - noch keine Kommentare
Chat-Kontrolle droht: Privatsphäre im Internet für Peer Heinlein nicht verhandelbar
Während Befürworter wie Dänemark, Frankreich und Spanien Druck machen, warnt die Wirtschaft vor einer Chat-Kontrolle im Internet
[datensicherheit.de, 05.10.2025] Peer Heinlein, CEO der Heinlein Gruppe, zu der auch die Marken „mailbox“, „OpenTalk“ und „OpenCloud“ gehören, erinnert in seiner aktuellen Stellungnahme, dass am 14. Oktober 2025 in Brüssel ein entscheidender Termin zur sogenannten Chat-Kontrolle ansteht: „Während Befürworter wie Dänemark, Frankreich und Spanien Druck machen, warnt die Wirtschaft: Gerade europäische Unternehmen, die sich auf sichere Kommunikation spezialisiert haben, wären durch die geplanten verpflichtenden Chat-Scans massiv benachteiligt.“ Gewinner wären vor allem Tech-Giganten, welche die aufwändigen Anforderungen leichter umsetzen könnten.

Foto: Heinlein Gruppe
Peer Heinlein stellt klar: „Ein bisschen Hintertür gibt es nicht!“
Die verpflichtende Chat-Kontrolle droht schon bald Realität zu werden
Heinlein kommentiert: „Die EU steht kurz vor einer Entscheidung, die weitreichende Folgen für die Privatsphäre von Milliarden Internetnutzern haben könnte: Die verpflichtende Chat-Kontrolle könnte schon bald Realität werden.“
- Messenger-Dienste, Soziale Netzwerke und E-Mail-Anbieter sollen demnach per Gesetz dazu verpflichtet werden, private Nachrichten – auch verschlüsselte Kommunikation – auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder zu scannen.
Er stellt klar: „Der Schutz von Kindern vor Missbrauch ist absolut richtig und notwendig!“ Aber er warnt auch: „Dafür jedoch die Privatsphäre und den Schutz unserer gesamten Kommunikation zu opfern, ist unverhältnismäßig und absolut untragbar!“
Chat-Kontrolle massive Bedrohung für digitale Grundrechte und Vertrauen der Nutzer
Eine wirksame Verschlüsselung dürfe in keinem Fall durch verordnete Umgehungsmöglichkeiten geschwächt werden: „Ein bisschen Hintertür gibt es nicht!“ Sind technische Zugriffsmöglichkeiten in ein Verschlüsselungssystem vorgesehen, sei es nur eine Frage der Zeit, „bis auch nicht-autorisierte Stellen diese ausnutzen und damit die gesamte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aushebeln können“.
- Heinlein unterstreicht: „Als Anbieter von sicheren E-Mail- und Kommunikationsdiensten sehen wir in der Chat-Kontrolle eine massive Bedrohung für digitale Grundrechte und das Vertrauen der Nutzer. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die heute Milliarden von Menschen schützt, würde faktisch untergraben.“
Die Verpflichtung zur Chat-Kontrolle würde Hackern, Kriminellen und anderen Angreifern Tür und Tor öffnen zu dem, was ansonsten ausdrücklich per Gesetz zu schützen sei. Aus technischer Sicht seien solche Massen-Scans weder zuverlässig noch sicher: KI-Systeme produzierten Fehlalarme – „und die Maßnahme schafft neue Angriffsflächen für Cyberkriminalität“. Die bevorstehende Abstimmung am 14. Oktober 2025 dürfe nicht das Ende einer sicheren, vertraulichen Kommunikation sein – „sie muss ein Weckruf dafür sein, dass Privatsphäre und Sicherheit im Internet nicht verhandelbar sind!“
Weitere Informationen zum Thema:
Heinlein Group
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