Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von am Montag, Februar 13, 2023 22:39 - noch keine Kommentare

Cyber Security: Entscheidungen zumeist ohne Erkenntnisse über mögliche Angreifer

Erkenntnisse aus weltweiter Umfrage unter 1.350 Entscheidungsträgern für Cyber-Sicherheit in 13 Ländern

[datensicherheit.de, 13.02.2023] Laut einer Umfrage mangelt es Organisationen in Deutschland im Kontext der Cyber-Sicherheit offenbar an Wissen über die unterschiedlichen Hacker-Gruppen und deren Vorgehensweisen. Die Nutzung vorhandener „Threat Intelligence“ gestalte sich in vielen Organisationen als Herausforderung, warnt Jens Monrad, „Head of Mandiant Intelligence, EMEA“ bei Google Cloud, in seiner aktuellen Stellungnahme.

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Foto: Mandiant

Jens Monrad: Deutsche Organisationen sehen ganz ähnliche Herausforderungen in der Stärkung ihrer Cyber-Abwehr wie Cyber-Security-Verantwortliche weltweit…

40% der Organisationen in Deutschland in den letzten 12 Monaten Opfer eines Cyber-Angriffs

Der vorliegende Mandiant-Bericht „Global Perceptions on Threat Intelligence“ gibt demnach Aufschluss darüber, wie Organisationen mit der zunehmend komplexen Bedrohungslandschaft umgehen. Der Bericht basiert nach Mandiant-Angaben auf einer weltweiten Umfrage unter 1.350 Entscheidungsträgern für Cyber-Sicherheit in 13 Ländern, darunter 100 in Deutschland, und 18 Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Regierungsbehörden.

40 Prozent der Befragten aus Organisationen in Deutschland gäben an, dass ihre Organisation in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Cyber-Angriffs geworden sei – sieben Prozentpunkte mehr als weltweit gesehen. „Dabei sehen deutsche Organisationen ganz ähnliche Herausforderungen in der Stärkung ihrer Cyber-Abwehr wie Cyber-Security-Verantwortliche weltweit“, so Monrad.

Mehrzahl der Entscheidungen hinsichtlich der Cyber Security ohne Informationen zu potenziellen Angreifern

Um sich besser gegen Angriffe verteidigen zu können, sei es 77 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer wichtig, Informationen über die Vorgehensweise potenzieller Angreifer zu kennen. Dennoch erklärten 81 Prozent der Befragten, „dass in ihrer Organisation alle oder die Mehrzahl der Entscheidungen hinsichtlich der Cyber Security ohne Informationen zu den potenziellen Angreifern getroffen werden“.

Nur 35 Prozent der Befragten in Deutschland seien der Meinung, dass ihre Organisation überhaupt über ein umfassendes Wissen über die unterschiedlichen Hacker-Gruppen und deren Taktiken, Techniken und Verfahren verfüge. Monrad ergänzt: „95 Prozent der deutschen Entscheidungsträger sind der Meinung, dass Cyber-Security-Strategien bei Verfügbarkeit neuer ,Threat Intelligence’ nicht schnell genug an die Gefahren angepasst werden.“

Führungsebenen unterschätzen offenbar Cyber-Gefahren

Nur 32 Prozent der Befragten sähen einen Mangel an Talent und Expertise als Herausforderung in Bezug auf die Nutzung von „Threat Intelligence“. Bei den Befragten in Nordamerika sei diese Sorge größer (47%). Mehr als die Hälfte der deutschen Entscheidungsträger (60%) glaube zudem, dass ausreichend Budget vorhanden sei, um den Angreifern einen Schritt voraus zu sein. Monrad führt aus: „Dafür sehen beinahe zwei Drittel (64%) der Befragten das Problem in der Führungsriege ihrer Organisation, die Cyber-Gefahren unterschätzt. 62 Prozent fordern hier ein Umdenken und dass ihre Organisation mehr Zeit und Energie in die wichtigsten neuen Entwicklungen im Bereich ,Cyber Security’ investiert.“

Er mahnt: „Organisationen in Deutschland bleiben ein begehrtes Ziel für Cyber-Kriminelle. Angesichts einer Reihe an bedeutenden Sicherheitsvorfällen in diesem noch jungen Jahr sind sich die Sicherheitsexperten mehr denn je der Notwendigkeit besserer Sicherheitspraktiken bewusst.“ Oft hätten Sicherheitsteams jedoch Schwierigkeiten, mit der sich schnell verändernden Bedrohungslandschaft Schritt zu halten. Zudem sorgten sie sich darüber, „dass leitende Angestellte das Ausmaß der Bedrohung nicht vollständig begreifen“.

Abschließend rät er: „Sicherheitsteams sollten sich daher ,Threat Intelligence’ aneignen, die vertrauenswürdig, zeitig und verwertbar ist und relevante ,Intelligence’ (taktischer, operativer und strategischer Natur) regelmäßig mit den entsprechenden Interessengruppen bis hoch zur Führungsebene teilen.“ Dann könnten Organisationen Security- und Geschäftsentscheidungen mit Einblick in die potenziellen Angreifer treffen.

Weitere Informationen zum Thema:

MANDIANT (Google Cloud)
Global Perspectives on Threat Intelligence



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