Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Dienstag, Februar 2, 2021 20:03 - ein Kommentar
EU-Urheberrechtsreform: Bundesregierung lähmt laut eco Meinungsfreiheit
eco – Verband der Internetwirtschaft besorgt um Vielfalt auf Plattformen
[datensicherheit.de, 02.02.2021] Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. kritisiert abermals die Pläne der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform. Ein Gesetzentwurf hierzu möchte das Kabinett demnach voraussichtlich am 3. Februar 2021 beschließen. Der eco-Vorstandsvorsitzenden Oliver Süme geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf diesen Gesetzentwurf ein.

Bild: eco
eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme: Wird das EU-Urheberrecht in dieser Form umgesetzt, sind langwierige Rechtsstreitigkeiten unausweichlich
„Kurze Artikelausschnitte“: eco-Vorstandsvorsitzender warnt vor vager Definition
„Die auch im jüngsten Gesetzentwurf getroffenen Neuregelungen zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger führen in Verbindung mit den zusätzlich geplanten Upload-Filtern zu einem tiefen Einschnitt in die Meinungsfreiheit und lähmen die Entwicklung von neuen sowie innovativen Plattformen in ganz Europa“, erläutert Süme.
In Bezug zum Leistungsschutzrecht warnt der eco-Vorstandsvorsitzende davor, dass die Definition zu „kurzen“ Artikelausschnitten, welche Plattformen und Suchmaschinen aus Pressebeiträgen lizenzfrei zitieren dürften, zu vage ausfalle. Süme: „Wird das EU-Urheberrecht in dieser Form umgesetzt, sind langwierige Rechtsstreitigkeiten unausweichlich.“ Noch dazu bezweifelt Süme nach eigenen Angaben, dass Aufwand und Kosten zur Durchsetzung des umstrittenen Gesetzes auch nur im entferntesten im Verhältnis zu den dadurch für die Verlage entstehenden geringen Einkünften stehen.
Nachverfolgbarkeit der Beiträge: eco sieht rechtliche Probleme
Für den Verband der Internetwirtschaft ergeben sich demnach weitere rechtliche Probleme hinsichtlich der Nachverfolgbarkeit der Beiträge. So hätten Rechteinhaber keinerlei Verpflichtung, ihre Veröffentlichungen beispielsweise mit einem maschinenlesbaren Datum zu versehen. Zudem bewertet der Verband eine Schutzfrist von bis zu drei Jahren für die jeweiligen Beiträge als „überzogen“, da „zu lang und wenig praktikabel“. Zumal weiterhin nicht klar definiert worden sei, dass nachträgliche Änderungen – selbst von einzelnen Buchstaben – nicht zu einer Verlängerung der Schutzfrist führten.
„Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Rechte von Kreativen und Verlagen an ihren Texten zu respektieren sind, aber hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, betont Süme. Während für Verlage nur vage Bestimmungen gälten, würden Plattformen-Betreibern ein immenser Mehraufwand und erhebliche Zusatzkosten für die Lizenzgebühren auferlegt. „Die Sichtbarkeit und Vielfalt, die Plattformen für die Inhalte von Kreativen im Netz schaffen, wird damit jedenfalls nicht gegengerechnet.“
Nur die Justiz sollte laut eco entscheiden, was Recht und was Unrecht ist
Bezüglich der Regeln für das Teilen von Online-Inhalten kritisiert der eco zudem, dass die konsequente Umsetzung faktisch nur mit Upload-Filtern funktioniere. Süme: „Ob zu wenig oder zu viel gesperrt wird, die Haftung trifft immer die Diensteanbieter, die binnen Sekunden über die im Urheberrecht meist sehr komplexen Sachverhalte entscheiden müssen – meiner Meinung nach der gänzlich falsche Ansatz.“ Nur die Justiz – nicht private Anbieter und Unternehmen – sollte entscheiden, „was Recht und was Unrecht ist“.
Auch in diesem Bereich seien die fehlende Balance und Unausgewogenheit zu kritisieren: „Regelmäßig wird gefordert, dass die rechtlichen Unterschiede zwischen Online und Offline aufgehoben werden sollen. Mit den Ausnahmen für die gesetzlich erlaubte Nutzung schafft der Gesetzgeber diese jedoch aufs Neue und macht online vergütungspflichtig, wofür offline keine Abgaben zu entrichten sind“, schließt Süme.
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 01.02.2021
Urheberrechtsreform: Ausgewogener Interessenausgleich gescheitert / Branchenverband Bitkom nimmt Stellung zum Gesetzesentwurf für die Umsetzung der großen EU-Urheberrechtsreform
datensicherheit.de, 17.09.2019
vzbv zur Urheberrechtsreform: Allgemeine Überwachungspflicht sollte verhindert werden / Verbraucherzentrale Bundesverband veröffentlicht Stellungnahme
datensicherheit.de, 09.09.2019
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Alles Gute kommt von der Union. Online Unterricht hat seine Probleme mit
Urheberrecht, Copyrights. Die gutenberg.org ist wegen einem uraltem Buch aus
Deutschland nicht erreichbar. Alle Unis Bibliotheken sind Online zu. Privat Bildung
über Schulplattformen gesperrt. Und immer mehr Seiten machen wegen
Unsicherheiten Schluss. Dafür wächst die kommerzielle Abzocke über Werbung
und Betrug. Tracking bis ins Bett hinein. Staatliche Trojaner in der China Manier.
Leistungschutzrecht, alles gut, dann sollte man sich über Amazon verkaufen und
nicht die Internet Struktur belasten.
Was sagen @EskenSaskia, @beerenstark @katarinabarley dazu? Werden die Damen noch wach? #DSGVO #Urheberrecht @Senficon @Piratenpartei @echo_pbreyer @neythomas #twlz @RegBerlin @SenBJF #YesToNoCovid #BildungSicher #WirMüssenReden
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Diese Parteien sind nicht mehr wählbar und die #SPD arbeitet stark an ihren 5%
Liebe Grüße aus Berlin
Martina Grosty
https://grosty.de/