Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Dienstag, April 14, 2026 0:45 - noch keine Kommentare
KI-Betrug im Netz: Quellen-Überprüfung nur von einem Fünftel der Nutzer
Fast die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland sieht sich zwar in der Lage, mit KI generierte Inhalte zu erkennen – tatsächlich aber schaut bisher kaum jemand genauer hin
[datensicherheit.de, 14.04.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist in einer aktuellen Stellungnahme darauf hin, dass sich fast die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland zwar in der Lage fühlt, mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Inhalte zu erkennen. Tatsächlich aber schaue kaum jemand genauer hin: Nur eine Minderheit habe schon einmal etwa nach Unstimmigkeiten im Bild gesucht oder die Quelle überprüft (28 bzw. 19%). Der den Erkenntnissen zugrundeliegende „Cybersicherheitsmonitor“ ist ein bereits seit 2019 bestehendes Kooperationsprojekt von BSI und dem Programm „Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ (ProPK).

Foto: BMI, Hennig Schacht
Claudia Plattner betont, dass KI-generierte Inhalte längst im Verbraucher-Alltag angekommen sind
BSI-Verbraucherschutz: Orientierung und Sensibilisierung zu KI-generierten Inhalten
Der „Cybersicherheitsmonitor“ des BSI und des ProPK zeigt demnach, wie hoch das Risiko ist, Opfer digitaler Betrugsmaschen zu werden. Die BSI-Präsidentin, Claudia Plattner, führt hierzu aus:
- „KI-generierte Inhalte sind längst im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Um Risiken und Falschinformationen zu identifizieren, ist es daher unverzichtbar, zu erkennen, welche Inhalte, Beiträge und Darstellungen in der Online-Welt KI-generiert sind!“
Hier nun setze der BSI-Verbraucherschutz an: „Wir bieten Orientierung und sensibilisieren dafür, was mit KI möglich ist, wie KI-generierte Inhalte erkannt und welche Maßnahmen ergriffen werden können“, so Plattner.
Rund ein Drittel hat noch keine gängige Maßnahmen zur Erkennung KI-generierter Inhalte ergriffen
Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und ProPK-Vorsitzende, berichtet: „Eine Straftat, die wir im Polizeialltag aktuell häufig beobachten, ist der sogenannte Cybertrading-Fraud. Dabei versprechen Kriminelle schnelle Gewinne und hohe Rendite beim Online-Trading. Oft erstellen sie hierfür mithilfe von KI Videos, in denen Prominente für lukrative Anlagemöglichkeiten zu werben scheinen.“
- Sie legt dringend nahe: „Wer im Internet auf solche Anlagemöglichkeiten stößt, sollte im ersten Schritt überlegen, ob das Angebot überhaupt realistisch ist – oder zu gut, um wahr zu sein.“
Im „Cybersicherheitsmonitor“ habe rund ein Drittel der Befragten noch keine einzige der gängigen Maßnahmen zur Erkennung von KI-generierten Inhalten ergriffen (32%). Immerhin: 40 Prozent hätten schon einmal überlegt, ob eine dargestellte Szene realistisch ist. Nur 28 Prozent hätten nach Unstimmigkeiten – etwa fehlerhaften Schatten oder Gliedmaßen – gesucht. 19 Prozent hätten zudem die Seriosität der jeweiligen Quelle recherchiert.
BSI bietet u.a. Checkliste mit Erkennungszeichen für KI-generierte Bilder
Auch das Wissen rund um mögliche Betrugsszenarien sei gering: Nur 38 Prozent hielten es für möglich, dass Cyberkriminelle zum Beispiel ein KI-Programm manipulieren, damit dieses sensible Daten weitergibt. Auch dass Cyberkriminelle unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme in Dokumente einfügten, hielten nur 40 Prozent für denkbar. Tatsächlich seien aber beide Szenarien technisch möglich.
- Verbraucher können beim BSI eine Checkliste mit Erkennungszeichen KI-generierter Bilder finden. Informationen rund um Online-Anlagebetrug stellt das ProPK bereit. Die Kooperationspartner bieten auch eine gemeinsame „Checkliste für den Ernstfall: Betrug beim Onlinebanking“ an.
Auf den Websites von BSI und ProPK finden sich außerdem der Studienbericht zum Fokusthema „Online-Betrug & Künstliche Intelligenz“ des „Cybersicherheitsmonitors 2026“ sowie die Ergebnispräsentation. Am 11. Mai 2026 soll die Veröffentlichung der Ergebnisse der Hauptbefragung folgen, welche sich mit der Betroffenheit und dem Schutzverhalten der Bevölkerung beschäftigt.
Weitere Informationen zum Thema:
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Auftrag: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cybersicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Die Leitung des BSI: Die Präsidentin – Claudia Plattner
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, CYMON Der Cybersicherheitsmonitor
Online-Betrug & Künstliche Intelligenz: Nur ein Fünftel überprüft die Quelle / Fokusthema zum Cybersicherheitsmonitor 2026
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Erkennung KI-generierter Bilder: Hinweise und Beispiele für die Erkennung KI-generierter Bilder
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
BETRUG BEIM ONLINEBANKING: CHECKLISTE FÜR DEN ERNSTFALL
Stark im Amt
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Baden-Württemberg, Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen
Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz
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POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION DER LÄNDER UND DES BUNDES
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