Aktuelles, Branche - geschrieben von am Mittwoch, August 10, 2022 11:58 - noch keine Kommentare

Ransomware-as-a-Service missbraucht Windows Defender

Virenschutz wird zum Einfallstor für Ransomware

[datensicherheit.de, 10.08.2022] Mit dem standardmäßig auf modernen „Windows“-Rechnern vorinstallierten Virenschutz „Windows Defender“ haben die kriminellen Akteure hinter „LockBit“ derzeit offenbar einen häufig ausnutzbaren Angriffsvektor im Visier: Sicherheitsforscher von SentinelOne haben hierzu kürzlich die Ergebnisse einer Analyse zur Schadsoftware „LockBit 3.0“ veröffentlicht. Es handelt sich demnach bei der Ransomware „LockBit 3.0“ um eine neuere Version einer weit verbreiteten RaaS-Familie (Ransomware-as-a-Service), deren Ursprung bei „BlackMatter“ und ähnlicher Malware liege.

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Foto: Armis

Andy Norton: Frameworks für Cyber-Risiken sehen viele verschiedene Anforderungen vor, die umgesetzt werden müssen!

Ransomware-Warnsignal: Auffälliges Geräteverhalten

Dem Forschungsbericht zufolge nutzten die Hacker für ihren Angriff das „Windows Defender“-Befehlszeilentool zum Entschlüsseln und Laden von „Cobalt Strike“-Nutzdaten. „Sobald der erste Zugriff erfolgt war, führten die Akteure eine Reihe von Enumerationsbefehlen aus und versuchten, mehrere Post-Exploitation-Tools auszuführen, darunter Meterpreter, PowerShell Empire und eine neue Methode, um nebenbei ,Cobalt Strike‘ zu laden.“

Wenn ein „Asset“ durch diese Schwachstelle infiziert ist, dann mache sich dies laut Andy Norton, „European Cyber Risk Officer“ bei Armis, sofort bemerkbar: „Die für die Sicherheitslücke verwendeten Tools sind zwar neu, jedoch sind der anschließende Verlauf und die Verhaltensänderungen nach wie vor eindeutige Indikatoren für eine schadhafte Infektion. Aus diesem Grund ist eine tiefgreifende Verteidigung wichtig. Die Frameworks für Cyber-Risiken sehen viele verschiedene Anforderungen vor, die umgesetzt werden müssen.“

Verändertes Geräte-Verhalten mit der Norm vergleichen, um Ransomware-Befall zu erkennen

Es gebe über das Geräteverhalten eindeutige Hinweise auf eine Infektion. „Zum einen ist bekannt, dass das Kontaktieren von Raw-IP-Adressen schadhaftes Verhalten darstellt“, so Norton. „Zum anderen fällt es auf, wenn sich ein ,Asset‘ anders verhält als sonst und wenn sich dieses Verhalten von dem anderer ,Assets‘ unterscheidet.“

Mit dem Wissen darüber, wie sich bestimmte Geräte normalerweise verhalten, werde es möglich, das veränderte Verhalten eines Geräts mit der Norm zu vergleichen. Dadurch könne nicht nur das veränderte Verhalten des Geräts mit sich selbst, sondern auch im Vergleich mit dem anderer Geräte abgeglichen werden. Norton erklärt abschließend: „Wenn das Verhalten des Geräts anschließend als verdächtig eingestuft wird, dann können Unternehmen die nötigen Schritte unternehmen, um das vom Gerät ausgehende Risiko einzudämmen.“

Weitere Informationen zum Thema:

The Hacker News, Ravie Lakshmanan, 02.08.2022
LockBit Ransomware Abuses Windows Defender to Deploy Cobalt Strike Payload

SentinelOne blog, Julio Dantas & James Haughom & Julien Reisdorffer, 28.07.2022
Living Off Windows Defender | LockBit Ransomware Sideloads Cobalt Strike Through Microsoft Security Tool

SentinelLABS, Jim Walter, 21.07.2022
Crimeware / LockBit 3.0 Update | Unpicking the Ransomware’s Latest Anti-Analysis and Evasion Techniques



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