Aktuelles, Experten - geschrieben von dp am Donnerstag, Juni 27, 2019 22:58 - noch keine Kommentare
Datenschutz: Klagerecht für Verbraucherverbände erhalten
verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor Einschränkung der Klagebefugnis
[datensicherheit.de, 27.06.2019] Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), nimmt Stellung zur möglichen Einschränkung der Klagebefugnis für Verbraucherverbände in Sachen Datenschutz.
Fatales Signal an Digitalunternehmen
Der Bundesrat könnte demnach am 28. Juni 2019 auf Initiative Bayerns für eine Einschränkung der Klagebefugnis für Verbraucherverbände in Sachen Datenschutz stimmen.
Das wäre dann das Signal an die Digitalunternehmen, dass sie es mit der Einhaltung des Datenschutzrechtes nicht so genau nehmen müssten – „fatal“, meint Müller:
„Die Verbraucherverbände sorgen mit ihrer Klagebefugnis dafür, dass der Datenschutz ernstgenommen wird. Das ist wichtig, um die wachsende Marktmacht der Digitalkonzerne zu begrenzen.“
Daten der Verbraucher immer wichtiger und sie müssen Hoheit darüber behalten
Dieser Vorschlag aus Bayern, die Klagebefugnis von Verbraucherverbänden wieder einzuschränken, werde mit dem Argument begründet, es solle so Missbrauch verhindert werden. Missbräuchliche Abmahnungen habe es aber nicht gegeben.
Der vzbv und die Verbraucherzentralen hätten erfolgreich Verfahren gegen facebook, Google, amazon und andere geführt. So sei es gelungen, unerlaubte Werbe-Mails und die unerlaubte Weitergabe von Daten einzudämmen sowie Datenschutzerklärungen korrekt zu gestalten. Das seien wichtige Signale an die Digitalkonzerne:
„Wir meinen es ernst mit dem Datenschutz. Die Daten der Verbraucherinnen und Verbraucher werden immer wichtiger und sie müssen die Hoheit darüber behalten.“
Gravierendste Einschnitte drohen im Wettbewerbsrecht
Alle Datenschutzverfahren des vzbv seien auf Verbandsklagerechte gestützt, die mit den drohenden Änderungen abgeschafft oder beschränkt würden. Die gravierendsten Einschnitte drohten im Wettbewerbsrecht.
Dieses verbiete es Unternehmen, sich durch Rechtsbruch Vorteile am Markt zu verschaffen. Bestimmten Verbänden sei es erlaubt, gegen diesen Rechtsbruch vorzugehen. Im Datenschutz stehe dieses Klagerecht auch für den Verbraucherzentrale Bundesverband nun auf der Kippe.
Große Digitalkonzerne sollten aber weiterhin keine Gewinne auf Kosten der Verbraucher machen dürfen. Das wäre auch kein gutes Signal für einen fairen Wettbewerb. Müller: „Der Bundesrat darf das Recht der Verbraucherverbände, auch den großen Digitalkonzernen auf die Finger zu schauen, nicht eindämmen. Wir brauchen ein starkes Verbandsklagerecht!“
Weitere Informationen zum Thema:
verbraucherzentrale Bundesverband
Vorstand / Klaus Müller
datensicherheit.de, 26.06.2019
Ein Jahr DSGVO – Datenschutz und Durchsetzung
datensicherheit.de, 03.06.2019
Unternehmen und DSGVO: Mangelndes Wissen und viel zusätzliche Arbeit
datensicherheit.de, 27.05.2019
DSGVO-Jahrestag: Viele Unternehmen tun sich immer noch schwer
datensicherheit.de, 25.05.2019
IT: Risiko trotz DSGVO in Deutschland weiterhin hoch
datensicherheit.de, 21.05.2019
Papier: Datenschutz gilt auch für analoge Daten
datensicherheit.de, 04.06.2014
vzbv: Datenschutz auf europäischer Ebene stärken
Aktuelles, Experten - Mai 25, 2026 0:45 - noch keine Kommentare
ELLIS: Universität Paderborn Teil des europäischen KI-Exzellenz-Netzwerks
weitere Beiträge in Experten
- Digitale Souveränität: Europa erneuert seine Cloud-Infrastruktur für 180 Millionen Euro
- GITEX AI EUROPE: Vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 in zweiter Auflage in Berlin
- Mehr als 70.000 Unterschriften: Digitalcourage übergab Petition für Recht auf Leben ohne Digitalzwang
- Laut GoTo-Studie verlässt sich fast die Hälfte der Beschäftigten zu stark auf KI
- KI-Einsatz: Erfolgsfaktoren zum Erkenntnisgewinn für Führungskräfte
Aktuelles, Branche - Mai 25, 2026 0:17 - noch keine Kommentare
Einst nur Perimeterschutz – heute identitätsbasierter Datenverkehr für OT-Sicherheit
weitere Beiträge in Branche
- Streaming-Dienste als Einfallstor: Cyberkrimineller Missbrauch privater Credentials für Credential-Stuffing-Angriffe auf Unternehmen
- KI-basierte Cyberbedrohungen: KMU bisher meist nicht vorbereitet
- Menschliches Verhalten weiterhin kritische Schwachstelle der Cybersicherheit
- Signal-Affäre: Klassische IT-Support-Phishing-Attacken auf Bundestagsabgeordnete
- Fokussierte Wahrnehmung: Physische Abhörbedrohung im Schatten der Cybersecurity-Debatte zu oft vernachlässigt
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen



Kommentieren