Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Montag, Dezember 31, 2018 17:26 - noch keine Kommentare
DIVSI stellt Aktivität mit positiver Bilanz ein
Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet nach sieben Jahren aufgelöst
[datensicherheit.de, 31.12.2018] Nach siebenjähriger Tätigkeit wird das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) nach eigenen Angaben mit dem Ablauf des Jahres 2018 aufgelöst. Die Deutsche Post hat demnach ihr finanzielles Engagement für das Hamburger Institut beendet. Als positive Bilanz des eigenen Wirkens wird auf „wegweisende und vielbeachtete Studien zu Nutzung, Chancen und Risiken des Internets“ hingewiesen. Es seien zahlreiche Projekte angestoßen, Lösungswege aufgezeigt und bundesweite Diskussionen ausgelöst worden.
2011 im Rahmen der „CeBIT“ vorgestellt
Das in Hamburg angesiedelte und bundesweit anerkannte Institut wurde 2011 im Rahmen der „CeBIT“ vorgestellt und in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.„Ein Institut, das frei und unabhängig die vielfältig auftauchenden Fragen nach der Lebenswirklichkeit der Menschen im Digitalen Zeitalter untersuchen und über die Ergebnisse einen breit gefächerten Diskurs anstoßen soll und darf – ein solches Institut gab es damals nicht“, sagt DIVSI-Direktor Matthias Kammer rückblickend.
Es sei „mutig und vorausschauend von den Verantwortlichen der Deutschen Post“ gewesen, die Initiative zu ergreifen, die Gründung des Instituts zu ermöglichen und ihm völlige Freiheit zu geben und zu keinem Zeitpunkt in die Arbeit hineinzureden.
Nach Kammers Überzeugung haben auch die beiden früheren Bundespräsidenten Roman Herzog und Joachim Gauck als Schirmherren wesentlich zum Erfolg des Instituts beigetragen: „Das gesamte DIVSI-Team durfte den hohen Wert der Unterstützung durch diese herausragenden Persönlichkeiten der Zeitgeschichte erfahren. Beide haben sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten engagiert und deutliche Akzente gesetzt.“
DIVSI-Studien auch weiter online verfügbar
Das Institut sei bei Studien, Umfragen und anderen Veröffentlichungen immer von externen Experten der verschiedensten Fachrichtungen unterstützt worden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit seien in den zurückliegenden sieben Jahren eine Reihe von qualifizierten Untersuchungen erarbeitet worden.
Die DIVSI-Studien sollen auch nach dem Ende des Instituts erhalten und weiter verfügbar sein. Vor dem Hintergrund vieler gemeinsamer Projekte und Veranstaltungen in den vergangenen Jahren hat sich laut DIVSI die Bucerius Law School in Hamburg bereit erklärt, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die Arbeitsergebnisse des DIVSI digital erreichbar bleiben.
Mit Blick über die DIVSI-Arbeiten hinaus auf die gesamte künftige Entwicklung des Internet-Geschehens in Deutschland macht Matthias Kammer deutlich: „Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern die Gesellschaft bereits jetzt dramatischer als viele andere technische Entwicklungen zuvor. Sie bringen für uns existenzielle Herausforderungen. Zugleich erleichtern sie unseren Alltag, unser Leben. Alle Institutionen, die Chancen dieser Entwicklung aufzeigen und damit verbundene Gefahren beherrschbar machen wollen, haben Berge von Themen vor sich. Unser gesamtes Wertegerüst, das unsere Gesellschaft zusammenhält, ist betroffen. Für das DIVSI war wichtig, diese Herausforderungen optimistisch anzunehmen und als Gestaltungsaufgabe zu begreifen. Digitalisierung bringt nicht den Untergang, im Gegenteil. Wir haben es in der Hand, auch in einem laufenden Entwicklungsprozess die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft im Blick zu behalten und sie zu stärken. Es muss dabei bleiben, dass auch im Zeitalter der Digitalisierung der Mensch verantwortlich ist für die Welt.“
Weitere Informationen zum Thema:
DIVSI Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet
Publikationen
DIVSI Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet, Dezember 2018
DIVSI magazin: In Hamburg sagt man Tschüss
datensicherheit.de, 15.03.2018
DIVSI-Umfrage: Netzneutralität soll bleiben
datensicherheit.de, 17.11.2014
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