Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von am Donnerstag, April 16, 2026 0:26 - noch keine Kommentare

Kollege KI: Jeder vierte Erwerbstätige setzt bei wichtigen Fragen zuerst Vertrauen in einen Chatbot

Zu Bewerbungen, Gehaltsgesprächen, Fachthemen oder kreativen Prozessen wenden sich sogar mehr als 40 Prozent der vom PINKTUM Institute Befragten primär an einen Chatbot

[datensicherheit.de, 16.04.2026] Künstliche Intelligenz (KI) wird offensichtlich für viele Beschäftigte zum ersten Ansprechpartner bei relevanten beruflichen und privaten Fragestellungen: Dies zeigt demnach eine repräsentative Studie vom PINKTUM Institute unter 1.550 Erwerbstätigen in Deutschland. Jeder Vierte (26 %) setze über alle abgefragten Anwendungsbereiche hinweg vorrangig auf KI-Chatbots wie „ChatGPT“ oder „Gemini“. Zu Bewerbungen, Gehaltsgesprächen, Fachthemen oder kreativen Prozessen wendeten sich sogar mehr als 40 Prozent der Befragten primär an einen Chatbot. Außerdem fühlten sich viele Anwender von der KI manchmal besser verstanden als von Menschen (29% über alle Altersgruppen). Unter jüngeren Erwerbstätigen (25 bis 29 Jahre) habe sogar mehr als jeder Zweite (56%) das Gefühl, dass der Chatbot ihn teilweise besser versteht.

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Abbildung: PINKTUM Institute

Umfrage über Austausch und Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI-Chatbot

43 Prozent der Befragten geben an, mittels KI-Chatbots mehr Arbeit zu schaffen

Damit beginne sich ein zentrales Prinzip der Arbeitswelt zu verschieben: Vertrauen werde nicht mehr ausschließlich zwischen Menschen, sondern zunehmend in Systeme aufgebaut.

  • Dieser Wandel werde maßgeblich durch Effizienzgewinne getrieben: 43 Prozent der Befragten hätten angegeben, mit KI-Chatbots mehr Arbeit zu schaffen, 48 Prozent meinten, damit bessere Ergebnisse zu erzielen und 46 Prozent erlebten eine Entlastung im Arbeitsalltag.

Gleichzeitig offenbare die vorliegende Studie auch eine kritische Kehrseite: 43 Prozent setzten KI-Chatbots gezielt ein, um eine vertiefte Auseinandersetzung mit Themen zu vermeiden. Die Folge seien zwar schnellere Ergebnisse – jedoch oft ohne ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegenden Inhalte und Zusammenhänge.

KI-Chatbots drohen als „kognitive Abkürzung“ genutzt zu werden

KI werde somit nicht nur als Werkzeug zur Qualitätssteigerung genutzt, sondern auch als eine Art „kognitiver Abkürzung“. 46 Prozent der Befragten stellten für diese Beschleunigung sogar Bedenken hinsichtlich ihrer Privatsphäre zurück.

  • Joachim Pawlik, CEO PINKTUM, kommentiert: „KI macht uns produktiver, aber sie verführt uns auch dazu, weniger selbst zu denken. Wenn Bequemlichkeit zur Leitlogik wird und Vertrauen sich von Menschen auf Systeme verlagert, entsteht ein strukturelles Risiko für Kompetenz, Verantwortung und Führung!“

Abschließend gibt Pawlik zu bedenken: „KI verändert deshalb nicht nur Arbeit, sondern auch den Umgang mit Verantwortung. Führung muss aktiv gegensteuern, indem sie Reflexion einfordert und die Urteilskraft von Mitarbeitenden stärkt!“

Weitere Informationen zum Thema:

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