Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Montag, April 6, 2026 0:06 - noch keine Kommentare
Unternehmens-PCs in aller Welt: Bis zu 76 Tage im Jahr freier Zugang für Cyberkriminelle
Unternehmen erleiden einen jährlichen Umsatzverlust von durchschnittlich 49 Millionen US-Dollar – was die „Global 2000“-Unternehmen mehr als 400 Milliarden US-Dollar kostet
[datensicherheit.de, 06.04.2026] Christy Wyatt, Präsidentin und CEO von Absolute Security, betont in ihrer aktuellen Stellungnahme, dass die schwerwiegendsten Folgen eines Cybervorfalls nicht mehr die Sicherheitsverletzungen selbst seien, sondern die daraus resultierenden Betriebsstörungen. Unternehmen erleiden demnach einen jährlichen Umsatzverlust von durchschnittlich 49 Millionen US-Dollar, was die „Global 2000“-Unternehmen mehr als 400 Milliarden US-Dollar koste. Betriebsausfälle seien zu einer der größten und am wenigsten kontrollierbaren Ursachen für finanzielle Risiken geworden. Der aktuelle Report „Resilience Risk Index 2026“ von Absolute Security führt aus, warum Sicherheitsverantwortliche ihren Fokus nicht mehr auf den Einsatz möglichst vieler „Tools“ legen sollten, sondern darauf, sicherzustellen, dass ihre Infrastruktur erreichbar, durchführbar und wiederherstellbar bleibt, wenn es unvermeidlich zu Ausfällen kommt.

Foto: Absolute Security
Christy Wyatt: Cyberangriffe sind unvermeidlich, Ausfallzeiten hingegen nicht!
In fast 21% der Fälle eingesetzte Endpoint-Sicherheitssoftware kann Geräte in den Unternehmen nicht ausreichend schützen
Nicht mehr die Sicherheitsverletzung selbst sei die schwerwiegendste Folge eines Cybervorfalls, sondern die daraus resultierenden Betriebsstörungen, so die Quintessenz des „Resilience Risk Index 2026“ von Absolute Security.
- Ausfallzeiten seien zu einer der größten und am wenigsten kontrollierbaren Ursachen für finanzielle Risiken geworden, lautet eine weitere Erkenntnis dieser Studie, deren Ergebnisse auf der Analyse von Telemetriedaten von Millionen von Endgeräten basierten.
Cyber-Resilience-Experten von Absolute Security hätten herausgefunden, dass in fast 21 Prozent der Fälle eingesetzte Endpoint-Sicherheitssoftware Geräte nicht ausreichend schützen könne. Wyatt kommentiert: „Dies bedeutet, dass PCs in aller Welt bis zu 76 Tage im Jahr anfällig für KI-gesteuerte Angriffe und Cybervorfälle sind – eine Lücke, die global gesehen zu jährlichen Ausfallkosten in geschätzter Höhe von 400 Milliarden US-Dollar beiträgt.“
Pro Unternehmen durchschnittlich 83 Security-Tools
„Da Unternehmensumgebungen immer komplexer werden, gelingt es häufig nicht, kritische Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich und operativ durchzusetzen“, berichtet . Wyatt. Unternehmen setzten durchschnittlich 83 Sicherheitstools ein, doch etwa jedes fünfte Unternehmensgerät lasse sich nach wie vor nicht zuverlässig schützen, aktualisieren oder wiederherstellen.
Die Studie zeigt laut Wyatt zudem, warum Ausfallzeiten mittlerweile zu einem globalen wirtschaftlichen Problem geworden sind:
- Die Installation kritischer Betriebssystem-Patches auf PCs mit „Windows 10“ und „11“ hinke durchschnittlich 127 Tage hinterher, wodurch die Geräte anfällig für Ausfälle durch Zero-Day-Angriffe, Ransomware, Kompromittierungen und Konfigurationsfehler seien. „Dies ist ein spürbarer Anstieg gegenüber den Ergebnissen des Berichts von 2025, als die Patches insgesamt 56 Tage im Rückstand waren.“
- Zehn Prozent der PCs liefen noch unter „Windows 10“. „Da Microsoft den Support für das Betriebssystem im Oktober 2025 eingestellt hat, sind diese Geräte nun in hohem Maße anfällig für neue und aufkommende Schwachstellen und Angriffe.“
- PCs griffen weiterhin auf risikoreiche GenAI-Websites wie „DeepSeek“ zu, während gleichzeitig die Anzahl der beobachteten Browser-Sitzungen im Jahresvergleich massiv von 150 Millionen auf 350 Millionen gestiegen sei. „Da Endpoint-Sicherheitstools in nahezu 21 Prozent der Fälle nur unzureichend schützen, bedeutet dies, dass GenAI-Besuche möglicherweise ohne entsprechende Sicherheitskontrollen stattfinden.“
- Endgeräte entwickelten sich rasch zur neuen KI-Plattform – allerdings bei unzureichender Sicherheitssoftware. Die Daten aus dem Bericht von 2025 zeigten, dass 68 Prozent der PCs über genügend Arbeitsspeicher verfügten, um KI voll auszunutzen (16 bis 32 GB). „Der aktuell vorliegende Bericht verdeutlicht einmal mehr, dass Unternehmen ihre Investitionen in KI-fähige Geräte erhöhen, wobei nun 96 Prozent mit 16 bis 32 GB RAM ausgestattet sind.“
- Branchenübergreifend speicherten 20 Prozent der vernetzten Geräte sensible Daten, wobei 30 Prozent nicht verschlüsselt seien und 25 Prozent nicht erfasst würden. „Der Bericht des letzten Jahres ergab, dass 18 Prozent der vernetzten Geräte sensible Daten speicherten, wobei 35 Prozent nicht verschlüsselt waren und 26 Prozent nicht erfasst wurden.“
Führungskräfte in den Unternehmen in der Pflicht
„Cyberangriffe sind unvermeidlich, Ausfallzeiten hingegen nicht“, stellt Wyatt klar. Sie führt hierzu weiter aus: „Die Cybersicherheitsbranche hat sich beeilt, innovative Lösungen zu entwickeln, die Bedrohungen erkennen und verhindern; nur hinkt sie leider hinterher, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass die ,Tools’ auch dann einsatzbereit bleiben, wenn sie am dringendsten benötigt werden.“
Abschließend legt sie nahe: „Führungskräfte aus den Bereichen Unternehmenssicherheit, Risikomanagement und Geschäftsführung, die gemeinsam dafür sorgen, dass ihre kritischen Abwehrmechanismen unter allen Umständen widerstandsfähig bleiben, müssen es vermeiden, Opfer der Downtime-Ära zu werden!“
Weitere Informationen zum Thema:
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