Aktuelles, Branche - geschrieben von am Sonntag, Februar 8, 2026 0:20 - noch keine Kommentare

Strategische Notwendigkeit: Die drei Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas

Digitale Souveränität ist die Fähigkeit, als Organisation in Europa handlungsfähig zu bleiben – selbst wenn globale Lieferketten reißen oder politische Spannungen digitale Datenflüsse unterbrechen

[datensicherheit.de, 08.02.2026] Seit Jahren wird nun über Digitale Souveränität Europas diskutiert – bisher meist eher nur als ein theoretisches Ideal. Doch die aktuelle geopolitische Lage hat das Thema 2026 offenbar zur existenziellen Geschäftsbedingung gemacht: Heute umfasst Digitale Souveränität weit mehr als nur einen IT-Standard oder Datenschutz-„Compliance“. Es ist die Fähigkeit, als Organisation handlungsfähig zu bleiben, wenn globale Lieferketten reißen oder politische Spannungen den digitalen Datenfluss unterbrechen.

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Foto: FTAPI

Ari Albertini betont: Echte Unabhängigkeit entsteht dort, wo wir in Europa die Kontrolle über unsere technologische Substanz zurückgewinnen!

„Cyber Dominance“ ausländischer Akteure vs. Digitale Souveränität Europas

Für Unternehmen und Behörden nimmt das Thema heute zwingende Bedeutung an, da Software-Abhängigkeiten zunehmend als politische Hebel eingesetzt werden könnten. Wer nämlich Kritische Infrastrukturen (KRITIS) auf Systemen errichtet, deren technologischer Kern und rechtlicher Zugriff in Drittstaaten liegen, akzeptiert damit eine schleichende Abhängigkeit – die „Cyber Dominance“ ausländischer Akteure.

  • Diese Form der digitalen Gebundenheit hat sich mittlerweile zu einem massiven Geschäftsrisiko entwickelt, welches die Innovationskraft und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit bedroht. Die aktuelle Initiative des Bundesdigitalministeriums (BMDS), die Souveränität über den „Ort der Wertschöpfung“ neu zu definieren, markiert offensichtlich das Ende einer technologischen Naivität.

Es reicht also nicht mehr aus, z.B. US-Software mit deutschen AGB zu versehen oder Daten in lokalen Rechenzentren zu parken – solange eben die administrative Kontrolle im Ausland verbleibt. Echte Digitale Souveränität bedeutet nun, digitale Prozesse so zu gestalten, dass sie rechtlich und technisch immun gegen außereuropäische Zugriffe sind. Vor dem Hintergrund von NIS-2 und DORA wird digitale Unabhängigkeit damit von der IT-Aufgabe zur zentralen Management-Disziplin. FTAPI-Experten sehen in diesem Zusammenhang drei zentrale Grundpfeiler, auf denen die Digitale Souveränität ruht.

1. Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas: Software „Made in Europe“

Echte Souveränität erfordere die Kontrolle auf zwei Ebenen: Die technologische Kompetenz und die architektonische Verantwortung für den Quellcode müssten im europäischen Rechtsraum liegen. „Nur wer den Kern der Software selbst beherrscht, kann administrative Hintertüren ausschließen und die Integrität des Systems garantieren.“

  • Darüber hinaus müsse der Betrieb der Software im Kontrollbereich des Nutzers liegen.

„Souveränität endet dort, wo Wartungsschnittstellen (,Admin-Access’) aus Drittstaaten bedient werden.“ Denn über diesen administrativen Zugriff könnten ausländische Gesetze (wie etwa der „Cloud Act“) unmittelbar in europäische Infrastrukturen eingreifen – „völlig ungeachtet dessen, wo die Server physisch stehen!“

2. Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas: „Sovereignty-by-Design“

Ein vertragliches Versprechen gegen Datenzugriff (Stichwort: „Cloud Act“) sei im Ernstfall oft wirkungslos, wenn nationale Gesetze des Anbieter-Heimatlandes juristische Vereinbarungen im Ausland überlagern könnten. „Wahre Souveränität benötigt eine Architektur, die den Zugriff technisch unmöglich macht!“ Souveränität sei somit kein juristisches Versprechen, sondern ein technischer Standard.

Die konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei hier der einzige verlässliche Schutz gegen drei Risiken gleichzeitig:

  • Juristischer Zugriff: Ohne Schlüssel keine Datenherausgabe an Drittstaaten.
  • Wirtschaftsspionage: Schutz vor Datendiebstahl durch externe Angreifer.
  • Internes Risiko: Schutz vor Fehlern oder Missbrauch durch Administratoren beim Dienstleister.

3. Grundpfeiler Digitaler Souveränität Europas: „Vendor Lock-in“-Vermeidung

Souveränität zeige sich im Moment des Wechsels. Ein System sei nur dann souverän, „wenn keine dauerhafte Abhängigkeit besteht“. Wenn beispielsweise Migrationskosten einen Anbieterwechsel wirtschaftlich unmöglich machten, sei die Entscheidungsfreiheit verloren.

  • Unabhängigkeit erfordere daher offene Schnittstellen (APIs) und standardisierte Prozesse, damit Organisationen jederzeit die Hoheit über ihre eigene IT-Strategie behalten könnten.

„Echte Unabhängigkeit entsteht dort, wo wir in Europa die Kontrolle über unsere technologische Substanz zurückgewinnen”, kommentiert Ari Albertini, CEO bei FTAPI. Abschließend gibt er zu bedenken: „Wer seine digitale Freiheit an internationale Monopole delegiert, verliert morgen seine unternehmerische Entscheidungsfreiheit. Souveränität ist kein ,Nice-to-have’, sondern die wichtigste Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft!”

Weitere Informationen zum Thema:

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Ari Albertini – CEO, FTAPI

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