Gastbeiträge - geschrieben von cp am Mittwoch, Mai 13, 2020 10:21 - noch keine Kommentare
Covid-19: Cyberangriffe auf kritische Dienste während der Pandemie
Entscheider müssen das Schutzniveau an die deutlich verschärfte Gefahrenlage anpassen
Ein Statement von Paul Kaffsack, CEO von Myra Security
[datensicherheit.de, 13.05.2020] Die letzten 6 Wochen haben gezeigt, wie Cyberkriminelle und Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppen Notlagen wie die COVID-19-Epidemie für gezielte Cyberangriffe auf kritische Online-Dienste ausnutzen. So erfolgen diese Angriffe in vielen Ländern parallel zur Überlastung von digitalen Infrastrukturen durch die Corona-Pandemie. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) reagierte bereits und gab Anfang April eine Meldung heraus, in der vor einer Zunahme von Betrugsversuchen mit Bezug zum Corona-Virus auf Unternehmen und Bürger gewarnt wurde.
Öffentlicher Sektor im Visier der Angreifer
Eine der Branchen, die hier besonders im Visier der Angreifer steht, ist der öffentliche Sektor. Denn IT-Infrastruktur, die an der Belastungsgrenze arbeitet, stellt ein einfaches Ziel dar. Auch in Deutschland konnte man das live mitverfolgen. Seit Beginn der Corona-Krise waren besonders öffentliche Einrichtungen zum Teil massiven Angriffen ausgesetzt.
Angriffe auch auf medizinische Dienste
Weiterhin steht auch der medizinische Bereich derzeit vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen. Diese Angriffe auf medizinische Einrichtungen der letzten Wochen sind besonders schockierend. Ende April verurteilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell die Attacken im Namen der Europäischen Union aufs Schärfste und sprach davon, dass sie zum Teil Menschenleben gefährden würden. Die Lahmlegung medizinischer Dienste und Internet-Ressourcen ist kritisch. Hierzu gehören in einer Pandemie auch die Informations-Portale von Gesundheitsbehörden. Die Absicherung von digitaler medizinischer Infrastruktur hat daher oberste Priorität.
Weniger bekannt ist, dass es in der Finanzbranche in den letzten Wochen eine signifikante Zunahme von digitalen Angriffen gab. Bereits in normalen Zeiten wird dieser Sektor mit Abstand am häufigsten angegriffen – während der Pandemie hat sich dies weiter zugespitzt. Wenn Online-Banking während des Lockdowns die einzige Option ist, kann ein Ausfall der Online-Plattformen gravierende Folgen für Bankkunden haben. Das wissen auch Cyberkriminelle und machen sich diesen Umstand zunutze.
Schutzniveau der deutlich verschärften Gefahrenlage anpassen
Damit kritische Dienste im Behörden-Bereich, dem Healthcare-Sektor und der Finance-Branche verfügbar bleiben, sollten Entscheider hier das Schutzniveau der deutlich verschärften Gefahrenlage anpassen. Professionelle Schutzanbieter sind dazu in der Lage, Webseiten und Online-Dienste in Echtzeit zu analysieren und den schädlichen Traffic zu diagnostizieren. Der bösartige Datenverkehr wird dann herausgefiltert, damit die Serverkapazitäten allein den validen Nutzeranfragen zur Verfügung stehen. Aufgrund solcher Technologien laufen Angriffe effektiv ins Leere und Webseiten und andere Dienste bleiben zu jeder Zeit hochverfügbar.
Weitere Informationen zum Thema:
Myra Security
Neue digitale Sicherheit
datensicherheit.de, 12.05.2020
Neue Angriffsmethoden auf kritische Industrie-4.0-Umgebungen
datensicherheit.de, 12.05.2020
Snake/Ekans: Ransomware Angriff auf Medizintechnik-Unternehmen Fresenius Kabi
datensicherheit.de, 31.03.2020
Vermeidung von Enpässen im Netz – Appell zu digitaler Besonnenheit
Aktuelles, Experten - Mai 25, 2026 0:45 - noch keine Kommentare
ELLIS: Universität Paderborn Teil des europäischen KI-Exzellenz-Netzwerks
weitere Beiträge in Experten
- Digitale Souveränität: Europa erneuert seine Cloud-Infrastruktur für 180 Millionen Euro
- GITEX AI EUROPE: Vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 in zweiter Auflage in Berlin
- Mehr als 70.000 Unterschriften: Digitalcourage übergab Petition für Recht auf Leben ohne Digitalzwang
- Laut GoTo-Studie verlässt sich fast die Hälfte der Beschäftigten zu stark auf KI
- KI-Einsatz: Erfolgsfaktoren zum Erkenntnisgewinn für Führungskräfte
Aktuelles, Branche - Mai 25, 2026 0:17 - noch keine Kommentare
Einst nur Perimeterschutz – heute identitätsbasierter Datenverkehr für OT-Sicherheit
weitere Beiträge in Branche
- Streaming-Dienste als Einfallstor: Cyberkrimineller Missbrauch privater Credentials für Credential-Stuffing-Angriffe auf Unternehmen
- KI-basierte Cyberbedrohungen: KMU bisher meist nicht vorbereitet
- Menschliches Verhalten weiterhin kritische Schwachstelle der Cybersicherheit
- Signal-Affäre: Klassische IT-Support-Phishing-Attacken auf Bundestagsabgeordnete
- Fokussierte Wahrnehmung: Physische Abhörbedrohung im Schatten der Cybersecurity-Debatte zu oft vernachlässigt
Aktuelles, A, Experten, Service, Wichtige Adressen - Jan. 13, 2026 1:08 - noch keine Kommentare
Registrierung bei ELEFAND: Krisen- und Katastrophenvorsorge bei Auslandsaufenthalten
weitere Beiträge in Service
- DigiCert-Umfrage: Manuelle Zertifikatsprozesse führen zu Ausfällen, Compliance-Fehlern und hohen Verlusten im Unternehmen
- Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen




Kommentieren